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War das ein Wunder?
Das Ereignis liegt schon etliche Jahre zurück: An
einem späten Herbstnachmittag bekam ich einen Anruf mit der Bitte,
kurzfristig einige Kisten mit christlicher Literatur für einen
Büchertisch abzuholen ...
Roswitha Wurm
Die damit beauftragt gewesene Person war
plötzlich erkrankt. Also holte ich meine beiden kleinen Jungs von ihrem
friedlichen Spiel weg und stieg mit ihnen ins Auto.
Dem damals
Eineinhalbjährigen gefiel das gar nicht. Er begann – sobald wir uns auf
einer vierspurigen Autostrasse befanden – lauthals zu schreien. Sein
vierjähriger Bruder schnitt lustige Grimassen, um ihn davon abzuhalten,
doch dem kleinen Jungen schien das nicht zu gefallen und er kreischte
in einer noch höheren Tonlage.
Stehenbleiben war im dichten
Nachmittagsverkehr unmöglich. Trotz der kühlen Aussentemperatur begann
ich zu schwitzen. Ich warf einen Blick in den Rückspiegel zu meinen
beiden Jungs – und schon krachte es. Unser Wagen stiess in das vor uns
fahrende Fahrzeug! Als ich die Automarke sah, wusste ich: Das wird
teuer!
Da stieg auch schon eine elegant gekleidete Dame aus und
schrie noch lauter als mein Sohn auf dem Rücksitz. Verständlicherweise
war sie sehr aufgeregt und wütend, dann wurde sie richtiggehend
hysterisch.
Um mich herum standen hupende Autos, durcheinander
rufende Menschen, ein kreischendes Baby, eine schreiende Frau und ein
Vierjähriger, der laut fragte: «Mama, warum bist du mit dem Auto vor
uns zusammengestossen?» Die Situation war grotesk und mir war einfach
zum Heulen zumute.
Mitten in dieses Durcheinander trat wie aus dem
Nichts ein junger Mann, beruhigte die Situation binnen kurzer Zeit,
zeigte der Frau vor mir, dass an ihrem Auto – wie durch ein Wunder –
nichts geschehen war, während bei meinem Fahrzeug die Stossstange zu
Boden hing und ein Teil der Vorderseite eingedrückt war. Dann gebot er
den anderen Autofahrern, wieder in ihre Autos einzusteigen, und meinte
laut zu der Dame: «Sehen Sie nicht, dass diese junge Frau nichts Böses
wollte, sie hat zwei kleine Kinder und sicher einen wichtigen Weg.
Sonst wäre sie nicht um diese Zeit auf dieser stark befahrenen Strasse
unterwegs. Da kann schon einmal etwas passieren. Aber es ist ja nichts
und niemand zu Schaden gekommen – ausser ihrem eigenen Auto. Gute
Fahrt!» Ohne ein weiteres Wort zu sagen, stieg die Frau ein und fuhr
los.
Als ich mich bei dem freundlichen Mann bedanken wollte, war er
plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Rasch stieg auch ich wieder in
mein Auto und fuhr zum nahe gelegenen Buchgeschäft ...
War dieses
Erlebnis ein Wunder? Manches war tatsächlich «besonders» an dieser
Situation, anderes aber gar nicht «wunderbar»! Wer war dieser Mann? Ich
weiss es bis heute nicht. Eines aber ist gewiss: Ihn schickte der
Himmel!
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