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Das Bild hat das letzte Wort

(22. April 2009/tl.) – Elektronische Medien fluten unsere Sinne mit Bildern, täglich. Sie prägen den Seelenhaushalt bis ins Innerste und verändern den Sozialcharakter der Gesellschaft.

Früher war das Ecksofa das grösste Möbel eines typischen Wohnzimmers. Heute ist es immer häufiger der Flachbildschirm an der Wand. Ihm gilt die Beachtung. Ein Viertel der wach zugebrachten Tageszeit verbringt der durchschnittliche Deutsche vor dem Fernseher, fast vier Stunden täglich. Nach Abzug von acht Stunden Schlaf sind das mehr als eineinhalb Tage pro Woche. Bereits im Jahr 2005 betrug die Zeit, die ein durchschnittlicher Deutscher vor dem Fernseher verbrachte, zweieinhalb Monate im Jahr.

In einer Dokumentation der berlin-brandenburgischen Akademie der Wissenschaften heisst es anschaulich: «Die Massenmedien fluten unsere Sinne täglich.» Unsere heutige Welt ist ganz und gar eine über Medien wahrgenommene Welt geworden, eine Bildwelt. Das Leben von immer mehr Menschen gleitet zunehmend ab von einem Leben, das von der Realität geprägt ist, zu einem Leben, das die mediale Bilder- und Geschehenswelt für ein reales Gegenüber hält.
Sich diesem bildmächtigen Medium so exzessiv auszusetzen, ist verhängnisvoll und beginnt immer früher. Der Leiter der psychiatrischen Universitätsklinik Ulm, der Hirnforscher Manfred Spitzer, berichtet in seinem Buch «Vorsicht Bildschirm! Elektronische Medien, Gehirnentwicklung, Gesundheit und Gesellschaft» (Klett Verlag) von Untersuchungen in den USA, wonach dort bereits Zweijährige täglich zwei Stunden vor einem Bildschirm zubringen. mehr...


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