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Konflikt um geplante Moschee unweit Ground Zero

(17. August 2010/tl) – Soll unweit von Ground Zero eine grosse Moschee gebaut werden dürfen? Der Konflikt um diese Frage findet in den USA immer mehr Beachtung. Auch unter Christen gibt es unterschiedliche Meinungen.

Als vor einigen Wochen mehrere tausend Menschen gegen den Bau einer Moschee für 100 Millionen Dollar unweit von Ground Zero demonstrierten, fand dies kaum mediale Beachtung. Keine der grossen Fernsehstationen berichtete über die Demonstration, zu der Opferverbände und christliche Organisationen aufgerufen hatten.

Angehörige von Opfern argumentierten, dass es bei dem Bau der 15-stöckigen Moschee nicht um eine Frage der Religionsfreiheit gehe, sondern um „ein Symbol für islamische Überlegenheitsgefühle in New York“. Das Gebäude soll auch ein „islamisches Bildungszentrum“ beherbergen.

Kritiker des Gebäudes werten auch den Namen des islamischen Zentrums und der Moschee, „Cordoba House“, als ein Indiz dafür, dass sich mit dem Bau der Moschee ausgerechnet an diesem Ort eine expansive und imperiale islamische Gesinnung dokumentiere. Der Name erinnere an die gewaltsame Unterwerfung Spaniens durch islamische Eroberer.

Warum, fragen Kritiker, verzichten die Bauherren nicht auf ihr Ansinnen, eine Moschee unweit des Ortes des Massakers zu errichten, wenn sie sehen, dass dies Angehörigen der Opfer Schmerzen bereitet und diese das nicht wünschen? Es wäre doch ein Zeichen des Respekts, der Pietät und der Menschlichkeit, die Moschee andernorts in der Grossstadt New York zu bauen, so die Argumentation.

Inzwischen hat der Konflikt Präsident Obama erreicht. Dieser hatte bei einer Feier im Weissen Haus zur Eröffnung des islamischen Fastenmonats Ramadan erklärt, das Recht auf freie Religionsausübung schlösse auch den Bau einer Moschee auf privatem Grund ein. Inzwischen relativierte er die Bedeutung seiner Aussage als konkrete Stellungnahme zu diesem Bauprojekt. Er habe nicht kommentiert, ob es „klug“ sei, eine Moschee nahe dem „geweihten Boden“ der Anschläge vom 11. September zu errichten.

Der Moscheebau ist auch unter Amerikas Christen umstritten. Zu den Gegnern der Moschee zählt auch die christliche Juristenvereinigung „American Center for Law and Justice“ (ACLJ). Sie hatten die landesweite Kampagne „No Mosque at Ground Zero!“ ins Leben gerufen. Für den Bau der Moschee sprach sich hingegen der Vertreter der Freikirche „Siebenten-Tags-Adventisten“ bei der UNO, James Standish, aus. In der Washington Post wies er darauf hin, dass die geplante Moschee gut 200 Meter entfernt vom eigentlichen Ground Zero gebaut werden solle.

Es werde keine „Sieges-Moschee“ geben, vielmehr sei das erklärte Ziel hinter der Errichtung des islamischen Zentrums in Manhattan "den Geist des gegenseitigen Respekts zwischen Judentum, Christentum und dem Islam" wieder herzustellen. Das sei das Gegenteil dessen, was die Terroristen mit dem Anschlag bezwecken wollten, so Standish.

Er hält es für wichtig, dass die Religionsfreiheit auch unter diesen Umständen gewahrt wird: „Wollen wir wirklich der Regierung das Recht zugestehen, dass sie entscheidet, welche Religion bauen darf und gegebenenfalls, wo?“

Der Konflikt ist noch nicht ausgestanden, auch wenn die politischen Entscheidungen zugunsten des Moscheebaus gefallen sind. Laut einer CNN-Umfrage sind 68 Prozent der Amerikaner gegen den Bau einer Moschee zwei Häuserblocks von Ground Zero entfernt.



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