USA: Lutheraner uneins in der Homo-Debatte
(19. August 2010/idea) – In den USA hat der Auszug theologisch konservativer Gemeinden aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA) begonnen.
Der Hauptgrund für die Spaltung: Vor einem Jahr hatte die Kirche einen Beschluss gefasst, der Schwulen und Lesben, die in verbindlicher, lebenslanger Partnerschaft leben, den Weg ins Pfarramt bzw. andere kirchliche Dienste öffnet. Das sehen theologisch Konservative als unvereinbar mit der Bibel an.
Die ELCA hat 10.348 Gemeinden, davon haben 465 einen Austrittsprozess gestartet. Dabei müssen die Gemeindemitglieder zwei Mal – getrennt durch eine mindestens 90-tägige Konsultationspause – jeweils mit Zweidrittelmehrheit für den Abschied von der Kirche votieren. 462 haben zum ersten Mal abgestimmt; davon waren 312 für den Austritt. 196 Gemeinden haben auch die zweite Abstimmung absolviert; von ihnen wollen elf letztlich doch in der ELCA bleiben.
Einige Gemeinden möchten der Nordamerikanischen Lutherischen Kirche beitreten, die Ende August von der konservativen „Koalition für Erneuerung“ ins Leben gerufen werden soll. Neben der ELCA gibt es schon mehrere theologisch konservative lutherische Kirchen in den USA. Die grösste mit 2,4 Millionen Mitgliedern ist die Lutherische Kirche – Missouri Synode. Sie steht in Kirchengemeinschaft mit der deutschen Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK).
Die ELCA hatte schon im vorigen Jahr ihre grössten Mitgliederverluste verzeichnet – ein Minus von fast 91.000. Zuvor hatte sie im Jahr 2005 ihren stärksten Rückgang mit einem Verlust von 79.000 Mitgliedern erlebt. Die Zahl der Gemeinden sank 2009 um 48 auf 10.348; hier hatte es das grösste Minus – 72 - im Jahr 2004 gegeben.
zurück
|