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Viele Predigten sind unverständlich

(27. September 2010/idea) – Viele Predigten sind unverständlich. Das sagte der Journalist und Sprachkritiker Wolf Schneider zur Eröffnung des 1. Mitteldeutschen Kirchentagskongresses am 24. September in Halle.

Der dreitägige Kongress stand unter dem Motto „Luthers Deutsch und unser Beitrag” und beschäftigt sich passend zur Lutherdekade in Vorträgen und Seminaren mit der Verständlichkeit der deutschen Sprache in Kirche, Politik und Medien.

Schneider hatte 12 Predigten analysiert. Neun davon seien kaum verständlich gewesen. Das Problem sei vielleicht, dass die Pfarrer Theologie studieren müssten, mutmasste er. Hier eigneten sie sich einen „unlebendigen“ Wortschatz an, in dem viele Wörter „nicht zu Herzen gehen“.

Auch in Predigten des früheren EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber (Berlin) fand Wolf Kritikwürdiges. Da sei von „Mentalitätswandel“ und „situationsbezogener Flexibilität“ die Rede gewesen. „Warum sagt man nicht, was man meint“, kritisierte Schneider. Die Sprache des Reformators Martin Luther (1483-1546) hingegen verstehe jeder. „Er bedient den Geist der Armen, unterfordert aber die Intellektuellen nicht“, so der Sprachkritiker.

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