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Malediven: Christenverfolgung im Urlauberparadies

(15. Oktober 2010/fa) – Luxushotels, Taucherglück, Palmenparadies – diese Begriffe verkörpern die landläufigen Assoziationen mit dem Inselstaat Malediven. Aber es gibt eine schreckliche Kehrseite.

Darauf macht immer wieder das christliche Hilfswerk Open Doors aufmerksam, das über die Situation von Christen in der Welt berichtet. Auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex 2010 belegt der kleine islamische Staat Platz fünf. Nur in vier weiteren Ländern, darunter Nordkorea und Iran, werden Christen noch brutaler verfolgt.

Der Islam ist in dem Kleinstaat mit gerade einmal 309000 Enwohnern Staatsreligion. Die geltende islamische Rechtsprechung (Scharia) verbietet es den Bürgern, ihre Religion frei zu wählen. Ein zum christlichen Glauben konvertierter Muslim verliert sein Bürgerrecht.

Offiziell wird behauptet, die einheimische Bevölkerung sei zu 100 Prozent muslimisch. Die wenigen einheimischen Christen halten ihren Glauben aus Angst vor Verfolgung geheim.

Unter den rund 70.000 ausländischen Gastarbeitern im Land gibt es viele Christen. Ihnen wird offiziell erlaubt, ihre nicht-muslimische Religion zu praktizieren - wenn auch nur in den eigenen vier Wänden. Doch das Evangelium an Muslime weiterzugeben ist unter Strafe verboten.

Der Lehrerin Geethamma George wäre das fast zum Verhängnis geworden, obwohl sie nicht missioniert hatte. Geboren und aufgewachsen ist sie in Indien im Bundesstaat Kerala.

Geethamma George unterrichtet unter anderem Geographie. Doch am 29. September sollte sich das Leben der Christin grundlegend ändern: Die Himmelsrichtungen standen auf dem Lehrplan und Geethamma George zeichnete zur besseren Erklärung eine Windrose an die Tafel. Einige der Kinder, die schlecht Englisch konnten, sahen darin ein Kreuz, das Symbol der Christen, und beschwerten sich darüber bei ihren Eltern.

Am Abend stürmte eine Gruppe aufgebrachter Eltern in die Schule und beschuldigte die Lehrerin, das „Christentum zu predigen“. Die Eltern liessen sich auch nicht durch eine Untersuchungskommission der Schule besänftigen und drohten damit, Geethamma George zu fesseln und von der Insel zu vertreiben. Geethamma George ist auf eine andere Insel übergesiedelt und such nach einer neuen Arbeit.



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