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Sudan: Angst vor neuer Gewalt gegen Christen

(18. Oktober 2010/fa.) – Der Erzbischof von Khartum ist offenbar nur knapp einem Mordanschlag entgangen. Während eines Freiluftgottesdienstes stürzte sich ein mit einem Dolch bewaffneter Mann auf Kardinal Gabriel Zubeir Wako (69). Im letzten Augenblick gelang es einem Mitarbeiter den Attentäter zu entwaffnen. Der Sudan ist ein Land mit schwerer Christenverfolgung.

Im Sudan ist der Islam Staatsreligion. Zwei Drittel der Bevölkerung sind sunnitische Muslime. Die starke christliche Minderheit lebt vor allem im Süden des Landes. Sie wurde zu Beginn dieses Jahrzehnts zum Objekt schwerster Christenverfolgung.

Die Zahl der Opfer war höher als die der Verbrechen gegen bestimmte Ethnien in Bosnien, im Kosovo und in Ruanda, sagte der Bischof Cesare Mazzolari. Beobachter gehen davon aus, dass im Süden Sudans 2,2 Millionen Christen und nichtmuslimische Menschen ermordet wurden.

Der Mordversuch an Bischof Gabriel Zubeir Wako ist Ausdruck der erneut wachsenden Spannungen im Sudan. Wenige Monate vor der Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Südsudan, die für Januar 2011 geplant ist, gewinnen die Konflikte an Brisanz und werden immer gewalttätiger. Kirchenvertreter werfen der Regierung vor, ethnische Konflikte im Süden zu schüren.

Der islamischen Regierung ist das Referendum ein Dorn im Auge. Sie fürchtet, dass sie nach einer eventuellen Abspaltung des Südsudans die Kontrolle über die Ölquellen im Süden des Sudan verliert.



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