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Evangelium hat die ganze Welt im Blick
(02. November 2010/lr). - Pro Tag lassen sich 50 bis 60.000 Menschen weltweit taufen, die aus keiner christlichen Tradition kommen. Darauf hat der Sprecher für Menschenrechte der Weltweiten Evangelischen Allianz, Thomas Schirrmacher, hingewiesen.
Schirrmacher war Hauptreferent bei der Herbstmissionskonferenz der Überseeischen Missions-Gemeinschaft (ÜMG) in Mücke-Flensungen. Während vor 50 Jahren Nordeuropa und Amerika, also der Westen, mit 80 Prozent die meisten Missionare stellte, sei das Verhältnis heute umgekehrt. 80 Prozent der Missionare kommen aus Afrika, Asien und Lateinamerika. „Die meisten Missionare kommen aus den einst klassischen Missionsländern“, so Prof. Schirrmacher vor rund 450 Besuchern der Missionskonferenz. Von den 12 Millionen Mitgliedern der protestantischen Kirche in Uganda würden 10 Millionen die Sonntagsgottesdienste besuchen. Zum Vergleich: Der Evangelischen Kirche in Deutschland gehören etwas über 25 Millionen Mitglieder an. Davon gehen sonntags rund eine Million in die Kirche.
Die grundlegende Motivation zur Weltmission sei die Bibel selbst, so der Theologe. Deshalb sei Mission der verlängerte Arm der christlichen Gemeinde. Christen könnten nicht in ihrem Bemühen nachlassen, bis alle Menschen das Evangelium von Jesus gehört haben. Wer für sich in Anspruch nehme, dass Jesus Christus ihm vergibt, betreibe Mission bis alle Menschen das Evangelium von Jesus gehört haben. „Wer die Bibel auch nur etwas versteht, kann gar nicht anders, als an die ganze Welt zu denken“, so Schirrmacher. Die christliche Botschaft sei kein Programm nur für Christen, sondern immer auch für die ganze Welt. Vor vier Jahren hatten sich die ÜMG und ihr internationaler Partner OMF International mit Sitz in Singapur) das Ziel gesetzt, bis 2011 rund 900 Christen auszusenden. Bislang seien 500 neue Mitarbeiter entsandt worden. Weltweit hat OMF 1.350 Missionare im Einsatz. Aus Deutschland sind es derzeit 75 Missionare. Die ÜMG Deutschland bete darum, weitere 50 Mitarbeiter zu finden und auszusenden, so der ÜMG-Öffentlichkeitsreferent Joachim König.
Die ÜMG wurde 1865 von dem englischen Missionsarzt James Hudson Taylor (1832-1905) als China-Inland-Mission gegründet. Nach der kommunistischen Machtübernahme 1949 wurden alle ausländischen Missionare aus China ausgewiesen. Heute können nach Angaben von Missionsleiter Hans-Walter Ritter Ausländer wieder in China zwar nicht als Missionare, jedoch als Fachkräfte arbeiten.
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