Religiosität schafft Vertrauen und Werten
(23. November 2010/fa.) – Religion und die mit ihr verbundenen Werte haben eine zentrale Bedeutung in der Sozialisation von Kindern. Diese Wertorientierung wirkt sich auf die Ausbildung anderer Werte aus und hat Einfluss auf die spätere Lebensführung. Das zeigen die ersten Ergebnisse einer Studie, die von der Forschungsgruppe „Religion und Gesellschaft“ durchgeführt wird.
Der Studiengruppe gehören Theologen und Sozialwissenschaftler der Universitäten Tübingen, Bonn, Heidelberg und Dortmund sowie der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main an. Die Forscher untersuchen die durch Religiosität beeinflussten Prozesse der Wertvermittlung. Die dreijährigen Arbeiten werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit über 600.000 Euro finanziert.
Die Wissenschaftler befassen sich insbesondere mit der religiösen Sozialisation von acht- und neunjährigen Kindern in Deutschland. Mehrere tausend Kinder und Eltern sollen im Rahmen der Studie schriftlich befragt werden. Dabei bezieht sich Religiosität nicht ausschliesslich auf das Christentum, auch wenn ein Schwerpunkt auf der Bedeutung des Kommunionunterrichts bei katholischen Kindern liegt.
Die Forschungsgruppe geht der Frage nach, wie religiöse Wertorientierungen entstehen und welche Bedeutung sie für das Vertrauen in Institutionen und Mitmenschen haben. Die erste von insgesamt vier Befragungen ist inzwischen abgeschlossen.
Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass christliche Religiosität einhergeht mit einem höheren Vertrauen in Personen und Institutionen. „Vertrauen ist Teil des Sozialkapitals einer Gesellschaft und wird mit gesellschaftlicher Stabilität, politischer Partizipation und Akzeptanz demokratischer Regierungsformen in Verbindung gebracht. Somit trägt die christliche Religion zum Zusammenhalt in der Gesellschaft bei“, betonen die Heidelberger Wissenschaftler Prof. Hermann und Dr. Angelika Treibel.
Die Analysen zeigen dabei auch, dass religiöse Wertorientierungen bei der Sozialisation von Kindern einen hohen Stellenwert besitzen.
Überraschenderweise, so Prof. Hermann, besteht lediglich bei den religiösen Werten ein starker Zusammenhang zwischen Eltern und Kindern; in anderen Bereichen korrespondieren Eltern- und Kinderwerte deutlich geringer. „Die Orientierung der Kinder wird hier in erster Linie von den Eltern vermittelt“, erläutert der Wissenschaftler.
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