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DIG kritisiert das „Kairos-Palästina-Dokument“
(23. November 2010/tl.) – Die Deutsch-Israelische-Gesellschaft (DIG) fordert die Kirchen in Deutschland auf, das so genannte „Kairos-Palästina-Dokument“ kritischer zu hinterfragen. Aus „theologischer und politischer Sicht“ sei das Papier „inakzeptabel“.
Das Kairos-Dokument ist ein 19-seitiges Schriftstück palästinensischer Christen, welches Israel delegitimieren will. Es ruft zu Boykott und Ausgrenzung des jüdischen Staates auf und vertritt eine radikale Ersatztheologie, wonach Israel von Gott verworfen sei. Die Treueverheissungen Gottes für Israel und das jüdische Volk, wie sie die Bibel bezeugt, seien nur „tote Buchstaben“.
Das Kairos-Papier bezichtigt Christen, die sich um Bibeltreue bemühen, mit einer „fundamentalistischen Bibelauslegung“ nur „toten Buchstaben“ anzuhängen.
Der Text trägt die Unterschrift von kirchlichen Laien und Pfarrern. Er wird weltweit vermarktet als präsentiere er die Meinung der christlichen Kirchenführer Israel, der Christen in den Palästinensergebieten insgesamt, was keineswegs der Fall ist. Dennoch ist es den Betreibern gelungen, das Schriftstück weltweit in die verschiedenen kirchlichen Netzwerke einzuschleusen, wo es jetzt diskutiert wird.
Reinhold Robbe, der Präsident der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft, schreibt in einer Stellungnahme, der Text betreibe „mit scheintheologischen Argumenten Stimmungsmache gegen Israel“, die nicht akzeptiert werden könne. Statt im Geist des Evangeliums für Frieden, Versöhnung und Vertrauensbildung einzutreten, würden die Verfasser des Dokumentes den jahrzehntelangen Terror der Hamas leugnen und den Staat Israel als alleinigen Verursacher der Probleme darzustellen versuchen.
In dem Kairos-Text wird Israel letztlich das Existenzrecht abgesprochen und gefordert, das Land zu boykottieren und zu isolieren. Reinhold Robbe sagte: „In diesem pseudochristlichen Papier wird die Bergpredigt ins Gegenteil verkehrt“.
Obwohl Antisemitismus unter palästinensischen Christen nicht selten ist (palästinensische Christen geben sich – der Herrschaft der Hamas in Gaza, der Fatah im Westjordanland und einer oft radikalen muslimischen Nachbarschaft ausgeliefert – nicht selten palästinensischer als die Palästinenser), haben sich alle christlichen Leiter in Jerusalem gegen diese Propaganda gewehrt, berichtet Solomon Ohio im Rundbrief des „Denkendorfer Kreises für christlich-jüdische Begegnung“. Diese Vereinigung hat die Vorgänge um das Kairos-Dokument sorgfältig dokumentiert und bewertet.
Die Verfasser des Kairos-Textes wollen, dass das Papier zu einem Fanal gegen Israel wird. Es ist eine Kampfschrift gegen den jüdischen Staat. Der Hass auf Israel hüllt sich in das feine Tuch wohlmeinender Besorgtheit und christlicher Rhetorik. Die Fakten des Nahost-Konflikts werden unterschlagen oder verdreht. Eine Fülle wohlklingender Schellenworte und biblischer Zitate sollen dem Text die Aura des Wahren und Guten vermitteln.
Mit derselben Vehemenz wie gegen Juden und den israelischen Staat richtet sich das Papier auch gegen Christen, die das jüdische Volk unterstützen und ihm Segen wünschen. Es sei eine der wesentlichen Intentionen des Textes, die Unterstützung Israels durch Christen unwirksam zu machen, schreibt der Religionsphilosoph, Theologe und Philosoph Malcolm Frederick Lowe, der den Text einer eingehenden Analyse unterzogen hat.
Das Kairos-Dokument dämonisiert Israel. Der jüdische Staat wird in dem Text mit „dem Bösen“ identifiziert, identisch gemacht. Es wird von der „teuflischen Gewalt“ der Israelis gesprochen. Zugleich legitimiert der Text terroristische Gewalt. „Wir haben Hochachtung vor allen, die ihr Leben für unsere Nation hingegeben haben“, heisst es wörtlich. Die Israelis werden bezichtigt, die Vernichtung der Palästinenser zu planen.
Das Kairos-Palästina-Dokument bekennt sich zu der Kampagne „Boykott, Desinvestition, Sanktionen“ der gleichnamigen Nichtregierungsorganisation (NGO). Dabei handelt es sich um eine antiisraelische, judenfeindlich agitierende Initiative, die sich nicht scheut, mit islamistischen Organisationen zusammen zu arbeiten.
Der Kairos-Text fordert wortgleich mit dieser Organisation „endlich ein System wirtschaftlicher Sanktionen und Boykottmassnahmen gegen Israel“ und den „Abzug von Investitionen“. Diese NGO wirbt für die Kairos-Aktion. In Heft 6/2010 berichtete factum über die Kairos-Kampagne.
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