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Tunesische Christen: Bangen, Hoffen, Beten

(25. Januar 2010/fa) – Die Situation in Tunesien ist weiterhin angespannt und noch ist unklar, in welche Richtung sich die politische Entwicklung des Landes bewegen wird. Auch die Christen des mehrheitlich muslimischen Landes verfolgen gespannt die aktuellen Geschehnisse.

Die politische Entwicklung in Tunesien kann eine demokratische Richtung einschlagen, es ist aber auch denkbar, dass ein islamistisches Regime an die Macht kommt. Die Christen in Tunesien sind in Sorge und beten für eine friedliche Zukunft ihres Landes und für politische Verhältnisse, in denen sie ihren Glauben frei leben können.

In Tunesien ist der Islam Staatsreligion. Es gibt inzwischen kaum noch Menschen mit anderem Glauben im Land. Die meisten Christen in Tunesien sind Ausländer, berichtet die Organisation Open Doors, die sich weltweit für verfolgte Christen einsetzt.

Obwohl der Islam in Tunesien, wo 10,2 Millionen Menschen leben, Staatsreligion ist, galt das Land bislang als tolerant gegenüber Christen. Die Verfassung schützt die Gewissensfreiheit und die freie Religionsausübung auch für andere Glaubensrichtungen, solange die öffentliche Ordnung nicht gestört wird. Zwar steht der Wechsel vom Islam zu einer anderen Religion gesetzlich nicht unter Strafe, noch ist er offiziell untersagt (Gewissensfreiheit): Doch einem Muslim das Evangelium weiterzusagen, gilt als Bekehrungsversuch – sogenannter Proselytismus – und ist verboten.

Die katholische Kirche ist anerkannt und unterhält eigene Kirchengebäude, darunter die Kathedrale in Tunis. Doch hat keine protestantische Kirche seit der Unabhängigkeit des Landes 1956 den Status einer anerkannten Glaubensgruppe erhalten, womit protestantische Christen faktisch in die Illegalität gedrängt werden.

Ohne Anerkennung sind Christen gezwungen, sich in Privaträumen oder –häusern zu versammeln. Konvertiten aus dem Islam stossen wegen ihres Glaubenswechsels auf Schwierigkeiten vonseiten ihrer Familie, finden keine Arbeitsstelle oder werden leicht gekündigt. Seit 2007 stehen tunesische Christen muslimischer Herkunft unter erhöhtem Druck.

Ausländische Christen werden verstärkt überprüft. Diese vermuten, dass ihre Telefone überwacht werden. Pastoren ausländischer Gemeinden werden beobachtet und die Einfuhr christlicher Bücher, vor allem auf Arabisch, wird behindert.  

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