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Israel: Im Auge des Sturms
(29. Januar 2011/rh.) – Die arabische Welt ist von Tunesien bis nach Ägypten in Aufruhr. Mittendrin ist Israel. Hier verfolgt man vor allem die Entwicklung in Ägypten mit grosser Spannung.
Ein Sturz des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak könnte die gesamte Region in eine Zeit grösster Instabilität schicken. Mubarak ist bislang die starke Hand gegen das Aufkommen der Islamisten in Ägypten. Im Libanon greift die Hisbollah bereits zur Macht.
Mit Ägypten schloss Israels damaliger Premier Menachem Begin vor mehr als dreissig Jahren einen historischen Frieden. Das Bild mit Anwar el-Sadat, Jimmy Carter und Begin ging um die Welt.
Auch wenn dieser Friede „kalt“ ist, so wurde Ägypten dennoch zum Anker der regionalen Stabilität für Israel. Mubarak und der Chef des ägyptischen Geheimdienstes Omar Suleiman wurden zu wichtigen Vermittlungspersonen zwischen Israel und den Palästinensern. Aus diesem Grund sind die Proteste in Ägypten bedrohlich für die israelischen Interessen.
Israel sieht die Demonstrationen gegen Mubarak nicht mit denselben Augen wie die Europäer. Denn es geht nicht um Mubarak gegen Demokraten, sondern um Mubarak gegen die fundamentalistische Muslim-Bruderschaft.
Man denke an die Entwicklung im Zusammenhang mit dem Iran. 1979 wurde der Schah gestürzt. Zu ihm hatte Israel halbwegs gute Beziehungen gepflegt. Sein Sturz brachte ein Regime an die Macht, das Israel heute in seiner Existenz bedroht und mit der Hisbollah im Libanon und der Hamas in den Palästinensergebieten bereits an den Nord- und Südgrenzen Israels gefährliche Ableger aufbaut. Zudem ist auch Jordanien alles andere als politisch stabil.
Noch ist es in Israel ruhig und der Sturm zieht durch die arabischen Staaten. Doch man ist sich bewusst, dass die Revolutionsrufe in der arabischen Umgebung ein Echo hervorrufen können, das Krieg mit Israel heisst.
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