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Wer regiert die Welt?
(04. März 2011) - „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ (Matthäusevangelium 6,24 b). Ein Kommentar.
In Bern ging vor kurzem die Ausstellung „Lust und Laster“ zu Ende. Sie dokumentierte die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema der „Sieben Todsünden“. Dargestellt wurden Eitelkeit, Neid, Zorn, Trägheit, Habgier, Völlerei und Wollust.
Am Bild „Mammon“ des Engländers George Frederic Watts blieben meine Augen länger hängen. Der Künstler malte auf einer Fläche von 183 x 106 cm „Mammon“ als monströsen Dämon im schweren goldenen Gewand. In seinem Schoss ein praller Geldbeutel, zu seinen Füssen zwei Opfer: eines zur Habsucht verführt, eines von der Habsucht zugrunde gerichtet.
Das Wort „Mammon“ leitet sich vom aramäischen „mamona“ (Vermögen, Besitz) ab. Geld und Besitz ist der Götze unserer Zeit. Wenn es ums Geld geht, gibt es nur ein Schlagwort: „Mehr!“ Ein altes flämisches Sprichwort sagt: Die Welt ist wie ein Heuhaufen – jeder pflückt davon, so viel er kann. Nichts genügt demjenigen, dem das, was er schon hat, zu wenig ist.
In Vermögen und Besitz steckt die verhängnisvolle Tendenz, den Menschen zu versklaven und von Gott zu entfremden. Nicht erst der angehäufte, sondern jeder Besitz kann zum Götzen werden: Auto, Haus, Bankkonto, Briefmarkensammlung. Der schnöde Mammon lässt grüssen! „Wer Geld liebt, wird des Geldes nimmer satt“, heisst es bei Prediger Salomo (5,9).
Jesus spricht über Geld und Besitz mehr als über Himmel und Hölle. Paulus mahnt seinen jungen Freund Timotheus: „Geldgier ist eine Wurzel alles Übels“ (1. Timotheus 6,10). Geld- und Warenwerte versperren die Sicht auf die wahren Werte. Es ist schlicht unmöglich, gleichzeitig Gott und dem Mammon zu dienen. Eine tägliche Herausforderung, der wir uns zu stellen haben!
Der Autor, Samuel Moser (Belp), ist Präsident i. R. der Vereinigung evangelischer Freikirchen und Gemeinden der Schweiz.
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