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Der Tag, an dem die Erde taumelte
(29. April 2011/rh.) – Japan ereilte die grösste Katastrophe seit dem 2. Weltkrieg. Ein Erdbeben und ein Tsunami zerstörten ganze Küstenstriche und beschädigten Atomanlagen. Die ganze Erde kam ins Wanken.
Am 9. März erschütterte ein Erdbeben von der Stärke 7,2 die japanische Küste vor Hunshu. Darauf folgte eine Reihe von Nachbeben. An solche Erschütterungen sind sich die Japaner gewöhnt. Darauf reagiert keiner. Vor Japan bewegt sich die Pazifische Erdplatte mit rund acht Zentimetern pro Jahr. Sie schiebt sich unter die Eurasische Platte. Die Bruchzone gehört zum Ring of Fire, dem Pazifischen Feuerring.
Am Morgen des 11. März kommt es – fast an der gleichen Stelle wie zwei Tage zuvor – zu einem Giga-Beben. In Japan scheint die Welt aus den Fugen zu geraten. 9,0 auf der Richterskala. Es ist eine der stärksten jemals gemessenen Erschütterungen. Die Erde bebt während mehrerer Minuten, immer bedrohlicher. Der seit gut 50 Jahren in Tokio lebende Deutsche Gotthold Beck berichtet: «Der Japaner ist an Erdbeben gewöhnt, doch wenn es fünf bis sechs Minuten lang nicht aufhört und immer stärker wird, ist die Lage todernst.» Und mit der anschliessenden Flut, dem Tsunami, habe niemand gerechnet.
Über 25 000 Menschen starben. Man weiss bis heute nicht genau, wie viele es wirklich sind. Hunderttausende verloren Hab und Gut und leben in Notunterkünften. Die Atommeiler in Fukushima sind leck. Radioaktivität tritt in die Luft aus und fliesst über auslaufendes Kühlwasser ins Meer. Eine Jahrhundertkatastrophe erschüttert das Land der aufgehenden Sonne.
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