Ägypten: Christenmorde und brennende Kirchen
(12. Mai 2011/fa) – Der Umbruch in Ägypten wird für die christliche Minderheit zunehmend zum Verhängnis. Bei neuerlichen Angriffen von aufgehetzten Muslimen wurden zwölf Christen ermordet. Mitten in Kairo wurden zwei Kirchen in Brand gesteckt.
Bereits Anfang März griffen Muslime in einem Dorf südlich von Kairo eine Kirche an. Sie töteten 13 Menschen und zündeten die Kirche an. An diesem Wochenende standen mitten in Kairo, in dem belebten Stadtviertel Imbaba, zwei Kirchen in Flammen. Die Feuerwehr hatte die Brände erst nach Stunden unter Kontrolle und konnte nur mit Mühe verhindern, dass das Feuer auf andere Gebäude übergriff.
Auslöser der Gewaltexzesse ist das unter Muslimen kursierende Gerücht, die koptische Kirche halte eine Frau gefangen, die vom Christentum zum Islam konvertiert sei.
Treibende Kraft hinter den gewaltsamen Konflikten sind Salafisten, eine radikale islamische Gruppierung, die seit dem Umsturz frei agieren kann. Die Salafisten berufen sich auf die strengen wahhabitisch-fundamentalistischen slamischen Ansichten, di in Saudi Arabien gelehrt werden. Der salafistische TV-Sender Khalajia, den ein saudischer Geschäftsmann gegründet hat, verzeichnet steigende Zuschauerzahlen.
Die Salafisten haben nach Meinung von Beobachtern mehr Mitglieder als die Muslimbrüder und sind eine bedeutsame politische Kraft im Ägypten der Nach-Mubarrak-Ära.
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