|
US-Institut schliesst nach muslimischem Druck
(28. Juni 2011/fa) – Ein Institut zur Erforschung von Antisemitismus an der amerikanischen Eliteuniversität Yale wird geschlossen. Anlass dazu sind offenbar nicht fachliche Gründe sondern Proteste von Muslimorganisationen.
Das interdisziplinär arbeitende Forschungsinstitut hatte auf einer Konferenz das Problem „Antisemitismus unter Muslimen“ thematisiert. Die „Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism” (YIISA) war erst 2006 gegründet worden. Das Institut hat seither getan, was solche akademische Institutionen tun: Studenten unterrichtet, Forschung betrieben, Forschungsergebnisse publiziert und Konferenzen ausgerichtet. Im August vergangenen Jahres organisierte das Yale-Institut eine dreitägige Konferenz, der grosser Erfolg beschieden war: Sie fand enormes Medienecho, es nahmen renommierte Wissenschaftler aus der ganzen Welt daran teil.
Dieser Erfolg wird den Akademikern jetzt zum Verhängnis. Muslimverbände, islamfreundliche Institutionen und linke Gruppierungen hatten vehement gegen die Konferenz protestiert, weil die Tagung auch das Problem des muslimischen Antisemitismus thematisierte.
Die Universität solle sich von der Konferenz distanzieren forderte ein Funktionär der PLO, da sie „Hass auf Muslime“ sähe. Die Universität gab dem Druck von verschiedener Seite nach: Das Institut wird noch in diesem Monat geschlossen.
Die offizielle Begründung für die Schliessung ist, das Institut habe zu wenige Studenten und zu wenige wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht. Diese Begründung ist offenbar vorgeschoben und lässt an eine unselige Vergangenheit der Yale-Universität denken.
Hannes Stein, Korrespondent in den USA, erinnert in einem Kommentar zu der Schliessung des Instituts an einen Vorgang von 1933. Damals verwehrte die Universität einem Rabbiner gegen den deutschen Antisemitismus zu demonstrieren. Sie hatte aber kein Problem damit, italienische Faschisten auf dem Campus willkommen zu heissen.
zurück
|
|
 |
© FACTUM ONLINE 2011 Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit
Genehmigung der Redaktion. |
 |
|
|
|
|
|
 |
 |