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Mauern überwinden

Nicht von der Welt, in der Welt: Die Überwindung des DDR-Regimes zeigt die Kraft des Glaubens. In einer zunehmend gottfeindlichen Gesellschaft werden Christen erneut herausgefordert.

Thomas Lachenmaier

Christen sind auch darin Teilhaber und Erben des Jüdischen, Schicksalsgenossen der Juden: Sie leben, in jedwedem politischen System, geistig immer im Exil. Und oft leben Christen, ungefragt und nicht aus freien Stücken, in der Opposition. So verschieden eine staatliche Ordnung auch beschaffen sein mag, erträglich oder unerträglich für den Einzelnen: Eine rechte Heimstatt wird ein Staat, eine Nation einem Christen nie bieten können.

Als Nationalist ist der Christ nicht zu gebrauchen, weil er einem anderen Herrn dient und weil er nicht verehren soll, was Menschen zu Götzen machen – sei es die Nation, das Geld oder eine utopische Ideologie. Wer sich den Weisungen der Bibel verpflichtet fühlt, wer versucht, ein Leben in der Nachfolge Jesu zu führen, der steht ganz zwangsläufig in einem distanzierten Verhältnis zum Staat. Er sieht sich zuallererst als von Gott geschaffenes Wesen, das Gott verantwortlich ist und darin innere Freiheit erlebt. Sein Verhältnis zum Staat ist nüchtern. Seine Rolle im Staat ist von Loyalität geprägt. Der letzte Gehorsam gilt aber Gott, nicht dem staatlichen Anspruch.

Christen soll das Wohl des Staates ein Anliegen sein. Auch hierin stehen Christen in einer Tradition, die im Judentum wurzelt. Das Gebet um Segen für die Regierung hat einen festen Platz in der jüdischen Gebetspraxis. Christen und Juden folgen hier einem biblischen Auftrag und man kann sagen, dass lebendige jüdische und christliche Gemeinschaften für die betreffenden Nationen ein Segen sind. Auch die Geschichte der DDR zeigt das. Kann man sich vorstellen, dass die Überwindung der SED-Diktatur friedlich gewesen wäre, ohne die christliche Fundierung der Opposition? Das Wunder der friedlichen Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas: Das war tatsächlich ein Wunder. Der Protest hätte auch in einem Blutbad enden können.

Lesen Sie den ganzen Artikel in factum 5/2011.


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