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Familie Hassu erhält Aufenthaltsbewilligung

(23. August 2011/fa.) - Am 27. Juli 2011 kam der überraschende Brief aus Bern: Die aus Syrien geflüchteten Christen Faruq und Horiya Hassu und ihre Tochter werden aufgrund der aktuellen Situation in Syrien als Flüchtlinge anerkannt.

2008 ersuchte die Familie Hassu in der Schweiz um politisches Asyl. Dieses wurde am 9. Februar 2011 vom Bundesverwaltungsgericht definitiv abgewiesen. Faruq, Horiya und Tochter Tireej hätten nach Syrien zurück müssen. Dies, obschon sie nachweisbar Todesdrohungen aus der eigenen Familie erhalten haben, seit sie sich zu Jesus Christus bekennen. Als Kurden haben sie sich in Syrien öffentlich zu ihrer Herkunft bekannt sich für die Rechte der Kurden eingesetzt. In Syrien besteht gegen Horiya ein Haftbefehl. Factum online berichtete.

Doch die Behörden in Bern wiesen sämtliche Beweise zurück. Auch die Tatsache, dass sie heute als überzeugte Christen leben, und damit als Konvertiten in ihrer islamischen Heimat mit dem Leben bedroht sind, wurde nicht als Asylgrund anerkannt. Man habe ihnen geraten, zum Islam zurückzukehren, so hätten sie in Syrien keine Probleme.

Solche Antworten schmerzen. Sie würden so etwas auch nie tun, sagen Faruq und Horiya: „Wir können und wollen unseren Glauben an Jesus Christus, in dem wir Frieden und Vergebung gefunden haben, unter keinen Umständen verleugnen.“

Daniel Zingg, der Kontakt hält zur Familie Hassu-Abdelkader, versuchte die Öffentlichkeit auf den Fall Hassu aufmerksam zu machen. „Schickt Bund Ex-Muslime in den Tod?“ fragte beispielsweise „20Minuten“. Meldungen in verschiedenen Medien, Unterschriftensammlungen und Gebete von Christen waren die Folge.

Jetzt, ein halbes Jahr später, kommt ein positiver Entscheid der Berner Migrationsbehörde. Doch die Freude ist erst mal nur vorläufig. Nach wie vor wollen die Behörden den Asylgrund der kurdischen Familie nicht anerkennen. Familie Hassu erhält jetzt den Flüchtlingsstatus auf Grund der politischen Wirren in Syrien. Das Besondere: Bundesrätin Simonetta Sommaruga meldete sich mit einem persönlichen Brief und wünschte der Familie Hassu alles Gute für die Zukunft.

Jetzt soll so schnell als möglich die Unabhängigkeit von der Fürsorge erreicht werden. Erhalten sie den Status F dürfen sie einer Arbeit nachgehen, ohne Einschränkungen. Für Faruq, den gelernten Cheminée- und Ofenbauer, ist Arbeit Leidenschaft. Er sucht eine geeignete Stelle im Raum Uster/Dübendorf. Horiya möchte ihr akademisches Wissen vertiefen und später Teilzeit ins Berufsleben einsteigen, ohne ihre Aufgabe als Mutter zu vernachlässigen.

Noch ist nicht das letzte Wort gesprochen. Aber die erhaltene Aufenthaltsbewilligung ist im jetzigen Zeitpunkt, ein grosses Geschenk. Immer wieder betonen Faruq und Horiya: „Danke Gott, und danke allen, die mitgeholfen haben.“ Familie Hassu ist jetzt in einer christlichen Gemeinde integriert. Ihre Deutschkenntnisse sind so gut, dass sie die Predigten verstehen und Tochter Tireej hat in der Sonntagschulklasse soziale Kontakte zu Gleichaltrigen.



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