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Schone deinen Nächsten nicht!
(20.September 2011/sp.) – Charles Darwin skizzierte Eugenikprogramme und lieferte die Grundlagen für die Rassenlehre der Nationalsozialisten. Auch Demokratien strebten nach der Schaffung des «Neuen Menschen».
Im Widerstreit zwischen Schöpfungslehre und Darwinismus steht meist die Frage nach der Herkunft des Menschen im Vordergrund. Aber auch die ethischen Ableitungen, die sich aus dieser Differenz ergeben, könnten unterschiedlicher nicht sein. Gemäss dem biblischen Menschenbild trägt alles Geschaffene das Siegel göttlicher Urheberschaft, auch wenn es infolge der Verfehlung schwach und erlösungsbedürftig ist. Jesus als der Arzt aller Schöpfung geht gerade dem Schwachen nach, um es zu gewinnen (Luk. 5,31), er löscht den glimmenden Docht nicht aus (Matth. 12,20).
Gemäss darwinscher Lehre ist hingegen nur das Starke überlebensfähig, es setzt sich durch, indem es das Schwache verdrängt. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die darwinschen Thesen Adepten fanden, die diese Verdrängung aktiv vorantreiben mochten und sie bis zur Vernichtung des physisch oder geistig Schwachen treiben würden. Schwachheit wurde als mangelnder Überlebenswert – als «lebensunwertes Leben» – definiert.
Es war Darwins Neffe Francis Galton, der den Begriff «Eugenik» prägte, der die Anwendung humangenetischer Erkenntnisse auf Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik bezeichnet. Eugenik hat das Ziel, den Anteil positiv bewerteter Erbanlagen zu vergrössern und negativ bewertete auszumerzen.
Hätte sich die nationalsozialistische Rassen- und Eugenik-Ideologie überhaupt ohne die Grundlage des Darwinismus entwickeln können? Oder gab es eine folgerichtige Entfaltung direkt von Darwins Abstammungslehre bis hin zu den Eugenikprogrammen des zwanzigsten Jahrhunderts, deren bekannteste, aber bei weitem nicht einzige Auswüchse die Nürnberger Rassengesetze oder das nationalsozialistische «Lebensborn»-Programm sind?
Lesen Sie den ganzen Arikel in factum 6/11.
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