Kontakt   Newsletter   Impressum
   

    factum online RSS
  Infos zum RSS-Feed

Von der Zeit vergessen

(25. September/rh.) – Paläontologen rekonstruierten ein Maulwurf-Skelett mit mächtigen Grabwerkzeugen.

Fossilien von Maulwürfen sind sehr selten. Und wenn man etwas findet, dann nur einzelne Zähne oder Knochen. Ein ungewöhnlich gut erhaltener, versteinerter Maulwurf liegt im Goldfuss-Museum der Universität Bonn. Dieses Maulwurf-Skelett wurde 1995 bei einer Grabung in Enspel (Westerwald) entdeckt. Aufgrund der Altersbestimmung des Sediments, in dem das Tier lag, wurde ihm ein Alter von 25 Millionen Jahren (nach herkömmlicher geologischer Zeittafel) zugeschrieben.

Für die Präparation wurde das Fossil auf eine Kunstharzplatte umgebettet. Dadurch wurden die Knochen und Zähne aber zum Teil verdeckt, und sie waren für die Wissenschaft nicht mehr zugänglich. Die Forscher des Steinmann-Instituts für Geologie, Mineralogie und Paläontologie haben nun  das Skelett mit einem Computertomografen vollständig digital rekonstruiert. Erstmals konnte dadurch auch das Armskelett eines fossilen Maulwurfs genauer untersucht werden.

Der Paläontologe Achim Schwermann ordnet den Maulwurf der Art Geotrypus antiquus zu (30 bis 17 Mio. Jahre). Von dieser Art waren bislang nur wenige Zähne und Oberarmknochen bekannt. Mit dem Enspel-Fund liess sich der komplette Schultergürtel sowie Arm- und Handskelett rekonstruieren.

Dabei zeigte sich, dass schon der fossile Maulwurf genauso wie unser heutiger Maulwurf über mächtige Grabwerkzeuge verfügte. Er hatte einen enorm verbreiterten Oberarm mit starken Muskeln. Die kurzen Knochen der Mittelhand und der Finger formten eine spatenartige Hand. Und genau gleich wie bei den heutigen Maulwürfen wird diese Hand durch einen zusätzlichen Knochen, den Präpollex, verbreitert. Die postulierten Millionen Jahre der Evolution sind am Maulwurf wie spurlos vorbeigegangen.

zurück

Das aktuelle Heft:
factum 3/2012


factum 3/2012
factum-Abo
efactum-App
Mithelfen und fördern!
ethos – suchen, finden, leben