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Christliche Schulen in Deutschland wachsen

(16. September 2011/fa./idea) – Der Zulauf zu evangelischen Privatschulen in Deutschland – sowohl evangelikalen wie auch kirchlichen – setzt sich in diesem Jahr fort. In der Schweiz sind die Voraussetzungen unvergleichlich schwieriger.

In Deutschland stieg die Schülerzahl der 92 evangelikalen Privatschulen gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent auf 32794. Mehr als die Hälfte der Schulen konnte Zuwächse verbuchen, bei knapp 30 Prozent blieb die Schülerzahl stabil, bei etwa 20 Prozent nahm sie ab. Zwei haben mehr als 1.500 Schüler: die Freie evangelische Bekenntnisschule Bremen und die August-Hermann-Francke-Schulen Detmold. Zwei kamen neu hinzu: Die Christliche Grundschule Darmstadt und die Christliche Schule Braunschweig. Die 32.794 Kinder und Jugendlichen an den evangelikalen Privatschulen machen 0,36 Prozent der gesamten Schülerschaft an allgemeinbildenden Schulen aus (8,8 Millionen).

Der Generalsekretär des Verbandes Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS), Berthold Meier (Frankfurt am Main), erwartet auch in den nächsten Jahren ein Wachstum. Die meisten evangelikalen Schulen würden noch ausgebaut. Zudem seien die angebotenen Seminare für Schulgründungen gut besucht. Bekenntnisschulen genössen bei Schülern wie Eltern einen sehr guten Ruf, so dass die Nachfrage weiter zunehme. Viele Eltern seien bereit, sich die Bildung ihrer Kinder etwas kosten zu lassen.

Weiterhin angespannt sei die Personallage. Meier: „Wir brauchen dringend mehr Lehrer.“ Gesucht würden auch Quereinsteiger. Staatliche Schulen würben zunehmend Lehrer von Privatschulen ab. In einigen Bundesländern verdienten Lehrer an Privatschulen etwa zehn Prozent weniger. Um sie zu halten, bemühten sich die Schulen, die Gehälter anzugleichen.
Auch die Nachfrage nach evangelischen Schulen in kirchlicher Trägerschaft sei nach wie vor sehr hoch, sagte der Referent für Schulentwicklung der Evangelischen Schulstiftung in der EKD, Jörg Schulz (Hannover). Allerdings verlangsame sich das Wachstumstempo. Nach Angaben der Evangelischen Schulstiftung werden die 541 Evangelischen Privatschulen von etwa 115.000 Schülern (1,3 Prozent der Schülerschaft) besucht. Unter den Privatschulen bilden die 674 katholischen die grösste Gruppe. Sie werden von 327.556 Schülern (3,6 Prozent) besucht.

Im deutschsprachigen Teil der Schweiz besuchen 822 Kinder und Jugendliche die 17 evangelikal geprägten Privatschulen. Die Gründung ist dort wesentlich schwieriger, da der Staat sich nicht an den Kosten beteiligt. Dem Vorstandsmitglied der Initiative für christliche Bildung, Stefan Dudli (Winterthur), zufolge kostet der Besuch einer christlichen Privatschule monatlich zwischen 650 und 1.030 Schweizer Franken (etwa 500 bis 850 Euro). Viele Christen sähen christliche Bildung daher als Luxus an, so Dudli. Nachdem die christlichen Privatschulen in der Schweiz in den Vorjahren gewachsen waren, gab es 2011 bei den Schülerzahlen einen Rückgang um zwei Prozent.

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