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60 Jahre DMG: Christliche Mission verändert sich
(26. September 2011/tv). Mehr als 1.500 Besucher feierten mit der Deutschen Missionsgemeinschaft (DMG) die Treue Gottes in den vergangenen 60 Jahren.
Christliche Mission befindet sich im Wandel. Darauf wies DMG-Direktor, Dr. Detlef Blöcher, am 60-Jahrjubiläum des Missionswerkes hin. Immer mehr Missionare würden eine Teilzeitstelle im Beruf annehmen. Diese normale Rolle in der Gesellschaft schaffe ihnen eine grössere Offenheit, von Jesus zu reden und auf natürliche Weise am Arbeitsplatz Beziehungen aufzubauen.
Ausserdem würden moderne Medien wie Internet, Youtube-Filme, Handy- und Tablet-PC-Applets sowie christliches Satelliten-Fernsehen verstärkt eingesetzt, um die Botschaft des Evangeliums an Menschen von heute weiterzugeben. „In Internet-Chatrooms treffen sich einsame Christen und Interessierte in internationalen, virtuellen Hauskreisen, um sich über die Bibel auszutauschen“, sagte Blöcher vor mehr als 1.500 Besuchern der Festveranstaltung. Bibeltexte auf Smartphones erlaubten Christen im Orient, diskret ihre Bibel zu lesen. Allerdings seien eigene Mitarbeiter vor Ort auch weiterhin unerlässlich, so Blöcher.
„Zweidrittel der Weltbevölkerung lernen nicht aus Büchern, nicht durch abstrakte Begriffe und Drei-Punkte-Predigten, sondern durch erzählte Geschichten, persönliche Begegnungen und eigene Erfahrungen.“ Darum seien weiterhin Botschafter der guten Nachricht gefragt, damit Menschen rund um den Globus die Liebe Gottes auf authentische Weise erfahren, sagte der Missionsleiter.
Die DMG ist am 12. August 1951, im schweizerischen Beatenberg auf Anregung der Leiterin der dortigen theologischen Ausbildungsstätte, Frau Dr. Gertrud Wasserzug, gegründet worden. Der erste ehrenamtliche Leiter, Hans Beck, richtete die Geschäftsstelle in seiner Dachstube in Korntal bei Stuttgart ein. 1953 reiste der erste Missionar, Helmut Gaertner, nach Spanien aus, 1955 kam Elisabeth Schell als erste hauptamtliche Mitarbeiterin dazu. Das Werk wuchs rasant. Vor 40 Jahren, am 10. Oktober 1971, zog die DMG in ihre heutige Heimatzentrale, den Buchenauerhof bei Sinsheim, um – damals hatte sie rund 150 Missionare weltweit. Heute sind über die DMG mehr als 300 Mitarbeiter in aller Welt tätig, zudem noch 50 Kurzzeitmitarbeiter jährlich.
Wolfgang Büsing, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM), gratulierte der DMG zu 60 Jahren gelungener Arbeit rund um die Welt. „Ihr habt es immer wie Jesus gemacht – gepredigt, geheilt und unterwegs sein – daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.“ Doch der gesellschaftliche Rahmen sei im Wandel begriffen, betonte Büsing. Die demographische Entwicklung führe dazu, „dass es in einigen Jahren manche Missionswerke nicht mehr geben wird und für kleinere Werke der wachsende Bürokratieaufwand kaum mehr zu leisten ist“. Das Interesse junger Christen an Kurzeinsätzen und Freiwilligendiensten im Ausland wachse weiter. Ebenso die Zusammenarbeit mit Kirchen in den Ländern des Südens.
Büsing lobte das Vorbild der DMG, die „von ihrer Struktur her bereits heute gut aufgestellt ist“, weil sie mit ihren mehr als 100 Partnerwerken, internationalen Organisationen und Kirchen in den Einsatzländern, globale Teamwork praktiziere. Büsing wies darauf hin, dass im säkularisierten Deutschland vermehrt christliche Mitarbeiter aus dem Ausland benötigt werden. Als eine der grössten AEM-Mitgliedsorganisationen sei es eine mögliche Aufgabe der DMG, künftig auch ausländischen Missionaren den Weg nach Deutschland zu ebnen.
„Mission ist keine Einbahnstrasse“, erklärte auch Missionleiter Blöcher bei der Jubiläumsfeier. „Das Evangelium kommt nicht aus Europa, sondern aus dem Orient. Es erreichte durch Missionare überhaupt erst unseren Kontinent.“ Durch die wachsende Entkirchlichung sei Europa heute zum „geistlich bedürftigsten Kontinent“ geworden. Dem trage die DMG Rechnung: Bereits heute seien 100 Missionare in Europa tätig, mehr als auf jedem anderen Erdteil.
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