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Kasachstan bedrängt religiöse Minderheiten

(06. Oktober 2011/mm./th.) – Die Schweizerische Evangelische Allianz ist besorgt über ein neues Religionsgesetz im zentralasiatischen Land Kasachstan.

Unmittelbar nachdem Kasachstan die Präsidentschaft in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD abgetreten hat, hat das Land ein neues Religionsgesetz vorbereitet. Dieses wird die Kontrolle über religiöse Minderheiten verschärfen und den nicht staatlich anerkannten Religionsgemeinschaften die Ausübung der Religion noch mehr als bisher erschweren. Menschenrechtsorganisationen befürchten, dass dadurch die Religionsfreiheit ganz verloren geht.

Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) ist über die Entwicklung in Kasachstan in grosser Sorge. Letzte Woche hat sie deswegen einen Brief an Bundespräsidentin und EDA-Vorsteherin Micheline Calmy-Rey geschrieben. Darin wird die Bundespräsidentin gebeten, beim Präsidenten des zentralasiatischen Landes direkt zu intervenieren, damit dieser das Gesetz nicht in Kraft setzt und die Religionsfreiheit für alle erhalten bleibt.
bereits jetzt müssen

Religionsgemeinschaften in Kasachstan eine offzielle Anerkennung haben, damit sie ihre religiösen Aktivitäten wahrnehmen können. Wer sich an nicht bewilligten Aktivitäten beteiligt, riskiert hohe Geld- oder Gefängnisstrafen. Religiöse Minderheiten werden im Land, in dem 70 Prozent muslimische Sunniten sind, besonders diskriminiert. Neben der Ahmadiya-Bewegung und den Zeugen Jehovas sind insbesondere evangelische Gemeinschaften wie die Pfingstgemeinden und die Baptisten im Visier der Behörden.

Im vergangenen März wurde ein Baptistenpfarrer in der Stadt Taraz zu einer Busse in hundertfacher Höhe des Mindestlohns verurteilt, weil er einen Gottesdienst gehalten hat. Kürzlich wurde ein anderer Pfarrer verurteilt, weil er für einen Kranken betete. Vorwurf: Er solle damit der Genesung des Kranken geschadet haben.

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