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Die Sünde der Unentschiedenheit
Eine verhängnisvolle Entwicklung: Der politische und moralische Relativismus raubt dem Westen im israelisch-arabischen Konflikt die Orientierungsfähigkeit.
Thomas Lachenmaier
Der Bezug zu Gott erhöht die Verantwortung für das eigene Leben und Handeln», schreibt Gerd Held in einem Leitartikel der «Welt». Er gebe starke Anstösse für «Berufsethos, Wirtschaftsgeist, Gesetzestreue und künstlerische Exzellenz». Nicht nur für das Leben des Einzelnen sei das bedeutsam, auch für das Leben ganzer Völker. Wenn eine Gesellschaft im Namen des Multikulturalismus die Religion aus ihrer Mitte verbannen wolle, dann stehe «einiges auf dem Spiel». Er macht sich Sorgen, dass Deutschland die moralischen Ressourcen, von denen es zehrt, verliert.
Heute wird das in aller Dramatik sichtbar. Mit den Grundwerten zerfällt im Strudel der Ideologie des Relativismus die Orientierungsfähigkeit und Einigkeit. Der Westen bezahlt einen hohen Preis für seine Gottvergessenheit. Der Preis wird jeden Tag höher.
Das Abwenden des Westens von Israel ist eine verhängnisvolle Folge dieser Konfusion. Die unter Kanzler Schröder angelegte Abkehr von der Westbindung legt unter Angela Merkel an Tempo zu. Anstatt an der Seite von Grossbritannien, Frankreich und den USA ist Deutschland immer öfter auf Linie mit Ländern wie China und Russland. Dem europäischen, russischen, chinesischen und arabisch-islamischen Anliegen, das Ende der amerikanischen Vorherrschaft einzuläuten, hat sich auch Merkel verschrieben. Ein starkes Europa soll die Epoche der (behaupteten) unipolaren Weltordnung unter amerikanischer Vorherrschaft beenden. Dass dabei am Ende kein Europa der Demokratien, sondern ein bürokratischer Moloch steht, wird zunehmend offenkundig. Mit dieser westlichen Uneinigkeit wächst auch globale Unsicherheit.
Lesen Sie den ganzen Artikel in factum 07/2011.
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