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Tunesien: Ernüchterung nach Sieg der Islamisten
(25. Oktober 2011/fa.) – Bis zur Vertreibung des tunesischen Diktators Ben Ali war Tunesien ein eher weltliches Land. Nach dem Sieg der islamisch-fundamentalistischen Ennahda-Partei bei den ersten freien Wahlen wird der Einfluss des Islam auf das Land stärker werden.
Die verfassungsgebende Versammlung, die am Sonntag in Tunesien gewählt wurde, wird von der islamischen Ennahda-Partei kontrolliert werden. Damit ist eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft Tunesiens gemacht worden.
Freiheitlich gesonnene Kräfte befürchten, dass in Tunesien über kurz oder lang die Sharia eingeführt wird, das islamische Rechtssystem. Die Revolution in Tunesien wurde von freiheitlich gesonnenen Kräften getragen. Bei der Wahl zur verfassungsgebenden Versammlungen fehlten ihnen aber die organisatorischen Strukturen, über die die islamistischen Kräfte verfügten.
Es ist nicht gelungen, die verschiedenen demokratischen Kräfte zu bündeln und so eine Alternative zu den gut organisierten Islamisten zu präsentieren. Mit dem Wahlsieg der Islamisten ist der Weg Tunesiens in Richtung der Moderne und einer freien Bürgergesellschaft fürs Erste auf Eis gelegt. In dem Land, in dem der "arabische Frühling" seinen Ausgang nahm, kehrt jetzt der arabische Herbst ein.
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