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Lichterkette für Christen in iranischer Todeszelle

(16. November 2011/fa.) – In Iran ist Pastor Youcef Nadarkhani, der wegen des „Abfalls vom islamischen Glauben“ zum Tode verurteilt wurde, noch immer in Lebensgefahr. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) lädt zu einer Lichterketten-Demonstration für den verfolgten Christen am Samstag, 26. November in Hamburg (U-Bahnstation Mönckebergstrasse) ein.

Seit dem 12. Oktober 2009 sitzt Pastor Nadarkhani in iranischer Haft. Am 22. September war er wegen „Verbreitung nichtislamischer Lehre“ und dem „Abfall vom Glauben“ zum Tod durch Erhängen verurteilt worden. Das Urteil wurde vom Obersten Gericht   im Juli 2011 bestätigt.

Offensichtlich aufgrund des öffentlichen politischen Drucks wurde das Urteil bislang nicht vollstreckt, es ist allerdings nicht aufgehoben. Damit befindet sich der Christ nach wie vor in Lebensgefahr.

Solange das Urteil nicht revidiert werde, bestehe diese akute Lebensgefahr weiter, erklärte Thomas Otto von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte. „Jeder iranische Christ kann der nächste sein“, sagte Thomas Otto. Die IGFM bittet, den Aufruf zu der Veranstaltung in Gottesdiensten anzukündigen, in den Kirchengemeinden und im privaten Umfeld bekannt zu machen und an der Lichterkette teilzunehmen.

Pastor Nadarkhani ist 34 Jahre alt, verheiratet mit Faterneh Pasandideh. Das Ehepaar hat zwei Kinder, Daniel (acht Jahre) und Yoel, (sechs Jahre). Youcef Nadarkhani konvertierte im Alter von 19 Jahren vom Islam zum Christentum. Seit 2001 ist er Pastor in einem Netzwerk von Hauskirchen, zu der auch die Freikirche "Church of Iran" gehört, eine der grössten Hauskirchen im Iran. Zudem war er bis zu seiner Verhaftung Gemeindeleiter einer 400 Mitglieder grossen Gemeinde.

Den ersten Monat im Gefängnis sowie einige Monate vor und nach seinem Prozess musste Nadarkhani in Einzelhaft verbringen. Durch eine Vielzahl an Massnahmen versuchte man ihn wieder zum "richtigen" Glauben zurückzubringen. Unter anderem ist versucht worden, ihn zur Einnahme von Medikamenten zu zwingen, um ihn als krank und nichtzurechnungsfähig bezeichnen zu können.

Der einzige Weg, das Todesurteil ausser Kraft zu setzen, wäre für Youcef Nadarkhani die Lossagung von seinem Glauben. Im Zuge einer Verurteilungs- und Einschüchterungswelle wurde auch Nadarkhanis prominenter Anwalt Mohammad Ali Dadkhah Anfang Juli 2011 zu Peitschenhieben, 9 Jahren Haft und 10-jährigem Berufsverbot als Dozent und Anwalt sowie einer Geldstrafe verurteilt. Auch durch Druck auf die Familie versuchten die iranischen Behörden den Christen gefügig zu machen. Seine Frau wurde, ohne dass sie die Möglichkeit hatte einen Anwalt zu konsultieren, zu lebenslanger Haft verurteilt. In einem Berufungsverfahren wurde sie nach vier Monaten Haft frei gesprochen.

Inzwischen wird in iranischen staatlichen Medien der Tonfall gegen den Christen verschärft. Er leite ein „Bordell“, habe ein langes Vorstrafenregister und führe eine antiiranische Kampagne. Nach Überzeugung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte sind alles diese Vorwürfe frei erfunden. Sie passen zu der Strategie des iranischen Regimes, Minderheiten und politisch Verfolgte zu kriminalisieren.

Treffpunkt für die Lichterkette ist am Samstag, 26. November um 16 Uhr am Mönckebergsbrunnen (U-Bahnhaltestelle Mönckebergstrasse). Die IGFM bittet, zu der Veranstaltung Kerzen, Teelichter und Gläser als Windschutz mitzubringen und das Mitbringen von Plakaten mit islamkritischen Texten und Emblemen von Organisationen zu unterlassen. Transparente, auf denen die Freilassung von Pastor Nadarkhani, Religionsfreiheit im Iran und die Beachtung der Menschenrechte gefordert werden sind natürlich willkommen. Das gilt auch für Formulare für Unterschriftenlisten, mit denen die Freilassung von Pastor Nadarkhani gefordert wird.

Die Lichterkette wird auch von der Evangelischen Allianz in Hamburg unterstützt.

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