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Korea: Weihnachtsbeleuchtung führt zu Spannungen

(12. Januar 2011/idea) – Im geteilten Korea heizen Weihnachtsdekorationen die Spannungen zwischen dem kommunistisch regierten Nord und dem westlich orientierten Süden wieder an.

Das südkoreanische Verteidigungsministerium lässt eine Tradition wieder aufleben, wonach christliche Gemeinden an der innerkoreanischen Grenze drei bis zu 50 Meter hohe Metalltürme mit Lichtern schmücken dürfen. An der Spitze tragen sie ein beleuchtetes Kreuz. Die Dekorationen befinden sich etwa drei Kilometer von der Demarkationslinie am 38. Breitengrad entfernt und sind bis in die nordkoreanische Stadt Kaesong zu sehen.

Das atheistische Regime in Pjöngjang wirft jetzt dem Süden vor, mit „psychologischer Kriegsführung“ die Nordkoreaner zum Christentum bekehren zu wollen, und droht mit Vergeltung.

Dessen ungeachtet bleibt Südkoreas Verteidigungsministerium bei dem Plan, die Weihnachtslichter vom 23. Dezember bis 6. Januar leuchten zu lassen. Man wolle damit ein Zeichen für Meinungs- und Religionsfreiheit setzen und die eigenen Soldaten ermutigen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Bis 2003 waren die Weihnachtsdekorationen bereits errichtet worden; dann schlossen beide Seiten ein Abkommen, das „Propaganda“ an der hermetisch abgeriegelten Grenze verbot.

Die Spannungen hatten sich aber Ende März 2010 verschärft, als ein südkoreanisches Kriegsschiff versenkt wurde; 46 Marinesoldaten kamen ums Leben. Nordkorea bestreitet jede Beteiligung an dem Vorfall.

Im August 1945, am Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde das Land nach der japanischen Besatzung in eine sowjetische und eine US-amerikanische Zone geteilt. Seit dem Koreakrieg (1950-1953) sind beide Landesteile nahezu hermetisch voneinander abgeriegelt. Politisch und religiös haben sie sich völlig unterschiedlich entwickelt.

Im Norden herrscht eine stalinistische Diktatur, im Süden eine Demokratie nach westlichem Muster. Nordkorea gilt weltweit als das Land mit der schlimmsten Christenverfolgung. Nach Schätzungen werden bis zu 70.000 Christen in über 30 Arbeits- und Straflagern als Staatsfeinde gefangen gehalten. Nach Angaben des Regimes von Diktator Kim Jong-Il herrscht gleichwohl Religionsfreiheit. Von den 24 Millionen Einwohnern sind offiziellen Angaben zufolge etwa 12.000 Protestanten und 800 Katholiken in vier staatlich anerkannten Kirchengemeinden. Doch versammeln sich schätzungsweise mindestens 200.000 im Untergrund.

In Südkorea hat sich das Christentum weit ausgebreitet. Von den 48,5 Millionen Einwohnern sind 31 Prozent Christen. Die meisten, nämlich 23,8 Prozent der Bevölkerung, sind Evangelikale, einschliesslich Charismatikern und Pfingstlern.

Südkorea gehört zu den Ländern mit den meisten Auslandsmissionaren: 21.500 Christen sind in 175 Ländern tätig. 31 Prozent der Südkoreaner gehören keiner Religion an, 23,7 Prozent sind Buddhisten und sieben Prozent Anhänger von Stammesreligionen. Hinzu kommen kleine Gruppen anderer Religionen.



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