Islam-Tagung in Bülach fällt aus
(13. Januar 2012/fa.) Am 25. Februar wollte der Islamische Zentralrat der Schweiz in der Bülacher Stadthalle eine Tagung unter dem Titel „Der Ursprung der Moral“ abhalten. Jetzt sagt der Stadtrat nein.
Der Vertrag für die Benutzung der Stadthalle in Bülach war unterschrieben, die erste Ratenzahlung erfolgt. Der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) hatte alles für seinen Grossanlass vorbereitet. Doch am 11. Januar beschloss der Bülacher Stadtrat, die Stadthalle dem Islamischen Zentralrat nicht zu vermieten.
Man wolle keine Veranstalter mit extremer Ausrichtung und den IZRS stuft der Stadtrat als extrem religiös-politisch ein. Zudem: Man „orte Konfliktpotential“, sprich Störaktionen oder Gegendemos. Die Stadtpolizei sei nicht in der Lage, die Sicherheit dieser Veranstaltung zu gewährleisten. Deshalb trete man vom Vertrag zurück.
Die organisierenden Muslime vom IZRS sind brüskiert. Für sie ist dies ein Rechtsbruch. Sollte der Stadtrat handfeste Belege für eine geplante Störaktion haben, so sei es doch dessen Pflicht, intolerante Demonstranten in den Griff zu bekommen und nicht abgeschlossene Verträge zu brechen, belehrt der IZRS die Behörde.
In einer öffentlichen Verlautbarung zählt der IZRS einige der bereits erfolgten Aufwendungen für den Kongress auf und kommt zum Schluss, dass man nun „alle rechtlichen Mittel gegen diesen Unrechtsentscheid ausschöpfen“ wolle.
Tatsächlich hat eine Gruppierung ein Gesuch gestellt für eine Demonstration am 25. Februar in Bülach. Und zwar handelt es sich um das Aktionskomitee gegen die strategische Islamisierung der Schweiz (Ksis). Gemäss Daniel Zingg will das Komitee am Tag, an dem die Islam-Tagung hätte stattfinden sollen, "friedlich auf die weltweit unter dem Islam verfolgten Christen und Nichtmuslime aufmerksam machen".
Das von Zingg verantwortete Onlineportal „position“ stellt einige der vom IZRS nach Bülach eingeladenen Redner näher vor und warnt, dass diese einen „radikalen Gewaltislam“ vertreten würden und nicht Moral und Frieden. Ksis will damit belegen, dass der Stadtrat in seiner Beurteilung richtig lag.
Beim IZRS ist man ungehalten. Patric Illi schreibt, das Komitee gegen die strategische Islamisierung der Schweiz "um den evangelikalen Minarett-Gegner, Daniel Zingg, habe schon mehrfach versucht, Veranstaltungen des Islamischen Zentralrates durch sogenannte ‚Gegendemonstrationen‘ zu torpedieren".
Nicholas Blancho meint, der Islamische Zentralrat werde vom Bülacher Stadtrat als extremistische Organisation bezeichnet und damit einer ungesetzlichen Vereinigung gleichgestellt. Blancho: "Wie der Stadtrat zu einer solchen Behauptung kommt, wird er noch zu erklären haben.“
Ksis-Sprecher Daniel Zingg ist überzeugt, dass Veranstaltungen des IZRS nicht nur in Bülach, sondern in der ganzen Schweiz verboten werden sollten. Im übrigen halte man am Gesuch fest, am 25. Februar in Bülach auf die weltweit unter dem Islam verfolgten Christen aufmerksam zu machen.
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