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Iran: Schülerherzen sollen von Hass erfüllt sein

(31. Januar 2011/fa.) – In extremer Weise werden die Schüler im Iran zu Hass erzogen, auf den Dschihad eingestimmt und zum persönlichen Märtyrertod angestiftet. Das geht aus einer Studie über iranische Schulbücher hervor. Nach Meinung des Experten für Atomwaffen, Hans Rühle, hat das ideologisch-religiöse Denken, das hier sichtbar wird, vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse grosse Brisanz.

Der Experte für die Weitergabe von Atomtechnologie und –waffen und frühere Leiter des Planungsstabes im deutschen Verteidigungsministerium, Hans Rühle, berichtet in einem Beitrag für die Tageszeitung “Die Welt“ von dieser Studie. Das „Center for Monitoring the Impact of Peace“ hat 95 iranische Schulbücher aller Jahrgänge sowie 20 Lehrerhandbücher untersucht. Rühle bezeichnet die Ergebnisse in seinem Artikel als „erschreckend und zugleich ernüchternd“, weil die untersuchten Schulbücher alle in der Regierungszeit des „Reformers“ Chatami erarbeitet und eingeführt wurden.

Die Schüler werden mit der Vorstellung indoktriniert, der Iran habe die welthistorische Aufgabe – nachdem es mit der erfolgreichen islamischen Revolution gelungen sei, eine 1400jährige Fremdherrschaft zu beenden – die islamische Revolution zu globalisieren, den lokalen Sieg in einen universellen zu verwandeln. Dazu sei es notwendig, dass jeder Einzelne „die Furcht vor dem Tod überwinde“ und bereit sei, „die Feinde des Islam anzugreifen“.

Diesen globalen Dschihad lehren die Schulbücher als unvermeidlichen, aussichtsreichen und totalen Krieg. Es gehe um den „völligen Sieg über die Welt der Ungläubigkeit (…), das Erscheinen des Meisters der Zeit (des Verborgenen Imams) und die Einführung der Weltregierung des Islam“.

Die Schulbücher lehren, dass es auch ein Sieg sei, wenn dieser totale Krieg mit dem „Märtyrertum“ für die iranische Nation ende. Um diesen totalen Krieg bestehen zu können bedürfe es eines unbändigen Hasses auf die Gegner, lehren die iranischen Schulbücher. In einem Lehrerhandbuch heisst es: „Die Herzen der Schüler sollen vom Hass gegenüber den Arroganten erfüllt sein“.

Bereits ab der 8. Klasse werden die Schulkinder in Iran militärisch gedrillt: „militärisches Grundwissen wie Tarnen, Täuschen, Bewegung unter Gefechtsbedingungen, Waffenkunde und der Umgang mit Sprengmitteln“ sind Teil des Unterrichts. Politisch besonders brisant ist, dass die Schüler nicht nur zur Teilnahme am Dschihad erzogen werden, man bereitet sie auch auf das „Märtyrertum“ vor.

In einem Schulbuch der 8. Klasse heisst es: „Der erhabene Gott befiehlt den Gläubigen in vielen Versen des Koran im Namen Allahs den Dschihad zu kämpfen und die Unterdrücker zu töten“. Vergebung gewähre Allah „all denen, die im Namen Allahs zu Märtyrern werden“. Nicht nur den einzelnen Gläubigen betreffend, sondern auch das Schicksal des Iran als Nation betreffend, lehren die Schulbücher, dass sowohl der militärische Endsieg wie auch das Märtyrertum als ein Triumph über die Ungläubigen zu werten sei.

Hans Rühle, der ehemalige Leiter des Planungsstabes im Verteidigungsministerium, bewertet das mit Blick auf die aktuelle Atomrüstung des Iran so: „Das wirft die Frage auf, ob auf eine Gesellschaft, die in diesem Geist erzogen ist (…) die Logik der Abschreckung anwendbar ist. Wenn die Möglichkeit, eine Aggression mit der Vernichtung der eigenen nationalen Existenz bezahlen zu müssen, kein Risiko mehr ist, dann ist Abschreckung obsolet“.

Vor diesem Hintergrund erhalte die iranische Drohung, Israel von der Landkarte löschen zu wollen, „eine beispiellose Brisanz. Denn niemand kann sicher sein, dass eine religiös verblendete Clique nicht doch den kollektiven Märtyrertod sucht oder zumindest in Kauf nimmt“.



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