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Menschenrechte für Menschenaffen?

(05. Mai 2006/idea) – Sollen Menschenaffen bestimmte Menschenrechte erhalten? Über diese Frage ist in Spanien eine heftige Kontroverse entbrannt. Die regierenden Sozialisten wollen Gorillas, Orang-Utans und Schimpansen aufgrund ihrer „Verwandtschaft“ mit dem Menschen das Recht auf Leben, Freiheit und körperliche Unversehrtheit einräumen.

Das hiesse zum Beispiel, dass Menschenaffen nicht mehr in Zoos gehalten und in Zirkusarenen vorgeführt werden dürfen. Ausserdem dürften Labors sie nicht mehr zu Forschungszwecken benutzen.

Die Sozialisten gehen damit auf Forderungen des internationalen „Projekts Menschenaffen“ ein, das nach eigenen Angaben von Wissenschaftlern an 70 Universitäten unterstützt wird.

„Wenn Spanien die Vorschläge annimmt, wäre es nach Neuseeland weltweit das zweite Land, das unseren Empfehlungen folgt“, sagte der Generalsekretär des Projekts in Spanien, Pedro Pozas.

Scharfe Kritik an dem Vorhaben übte die römisch-katholische Kirche. „Die Regierung will den Affen Rechte einräumen, die sie ungeborenen Kindern verweigert“, so der Erzbischof von Pamplona, Fernando Sebastiàn. Abtreibungen sind in Spanien bei Gefahr für das physische oder psychische Wohl der Frau straffrei.

Auf Widerspruch stiess die Initiative der Sozialisten auch in den Medien. So spöttelte ein Kommentator in der Zeitung „El Pais“: „Als nächstes sollen die Menschenaffen noch Rentenansprüche und das Recht auf Bäume mit 30 Quadratmetern Wohnfläche erhalten.“

Dagegen verteidigte der sozialistische Abgeordnete Francisco Garrido das Vorhaben. Er bezeichnete Menschenaffen als „genetische Gefährten der Menschheit“. Sie seien zwar keine Menschen, „aber sie gehören zu unserer Familie“. Der Philosoph Jesús Mosterin unterstützte das Vorhaben mit den Worten: „Wir Menschen sind nicht die Kinder der Götter, sondern die Cousins der Schimpansen.“
Quelle: idea.de

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