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Familien stärken

(08. Mai 2006/idea) – Die Stärkung von Ehe und Familie ist das wirksamste Mittel gegen einen weiteren Werteverlust in der Gesellschaft. Darin stimmten Theologen, Pädagogen, Publizisten, Polizei- und Wirtschaftsvertreter bei einem Kongreß „Familie im Fokus“ am 6. Mai im mittelhessischen Dillenburg überein.

Keine andere Institution könne Werte wie Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Treue und Rücksichtnahme so gut vermitteln wie die Familie. Sie leiste damit einen wichtigen Beitrag, um etwa Kriminalität zu verhindern.

Wie wichtig die Erziehung durch Vater und Mutter für ein Kind sei, zeige die Tatsache, daß 76 Prozent der verurteilten Straftäter in den USA mit nur einem Elternteil aufgewachsen seien, sagte der Leiter der Bibelschule Burgstädt (bei Chemnitz), Andreas Ebert. Er kritisierte, dass die Politik in Deutschland kein familienpolitisches Leitbild habe. Es werde so getan, als sei es völlig beliebig, in welcher Form Mann und Frau zusammenlebten. Dabei sei es für eine positive Entwicklung des Kindes ausserordentlich wichtig, in einer dauerhaften Partnerschaft von Vater und Mutter grosszuwerden: „Ehelich geborene Kinder leben mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 80 Prozent in ihrem 18. Lebensjahr noch bei ihren biologischen Eltern. Bei Kindern aus nichtehelichen Partnerschaften dagegen liegt diese Wahrscheinlichkeit deutlich unter 20 Prozent.“ Ebert forderte eine stärkere Anerkennung der Erziehungsleistung. Derzeit leite sich aus der Erziehung von vier Kindern lediglich ein Rentenanspruch von 99 Euro im Monat ab.

Der Schulamtsdirektor für den Lahn-Dill-Kreis, Jürgen Thielmann (Weilburg), erinnerte Väter an ihre Verantwortung für die Erziehung. Es sei für Kinder eine schlimme Erfahrung, wenn sie merkten: „Der Papa hat keine Ahnung, was in der Schule passiert.“ Thielmann – selbst Vater von acht Kindern – ermunterte Christen, sich in Elternbeiräten und Schulkonferenzen zu engagieren, um etwa bei der Lehrbuchauswahl mitzubestimmen. Sie sollten auch die Möglichkeiten nutzen, Ganztagsschulen verantwortlich mitzugestalten. Man müsse solchen Kindern und Jugendlichen, die mit ihrer Freizeit nicht sinnvoll umgehen könnten, Angebote machen.

Der stellvertretende Nürnberger Polizeichef Roman Fertinger beklagte, dass viele Eltern die Erziehung vernachlässigten und Kinder sich selbst überliessen. Dies führe häufig dazu, dass sie die Schule schwänzten, zu Alkohol und Drogen griffen und gewalttätig würden. Die Polizei stelle auch fest, dass oft ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Konsum von Computerspielen bzw. Filmen mit gewaltverherrlichendem Inhalt und Jugendkriminalität bestehe. 

Ein Vorstandsmitglied der Volksbank Dill, Roland Sterzik (Dillenburg), wies darauf hin, dass immer mehr Jugendliche in die Schuldenfalle tappten. Gründe seien der sorglose Umgang mit Handys und das Befriedigen kurzfristiger Konsumwünsche. Laut Inkasso-Unternehmen hätten bereits 12 Prozent der 13- bis 24jährigen heute Schulden - zunächst bei Eltern, Freunden und Verwandten, später bei Geldinstituten. Sterzik zufolge kommt Eltern beim Umgang mit Geld eine wichtige Vorbildfunktion zu.

Der Verleger Friedrich Hänssler (Holzgerlingen bei Stuttgart) bezeichnete die Familie als „Grundstein göttlicher Ordnung“. Sie stehe für Begegnung, Heimat und Wertevermittlung. Sie sei ausserdem eine „Keimzelle für den Glauben an Jesus Christus“.

Der Theologiedozent und Leiter der Familiengemeinschaft der Kommunität Adelshofen (bei Heilbronn), Willhelm Faix, unterstrich die Bedeutung der Werteerziehung in der Familie. Kinder brauchten Werte, damit sie zu gesunden, starken Persönlichkeiten heranreifen könnten. Diese Werte würden unter anderem durch Rituale in der Familie vermittelt, etwa durch das regelmässige Gebet und Bibellesen. Dadurch lernten Kinder, Gott zu vertrauen und ihm dankbar zu sein.

Veranstalter des Kongresses mit rund 150 Teilnehmern waren die Christliche Verlagsgesellschaft (Dillenburg) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Der idea-Vorsitzende, Pastor Horst Marquardt (Wetzlar), rief Christen auf, sich vermehrt in die Wertediskussion einzumischen, etwa durch Gespräche mit Politikern. Dabei dürfe man nicht müde werden zu verdeutlichen, dass Abtreibung ein Unrecht sei.



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