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Recht auf Religionswechsel anerkennen

(10. Mai 2006/idea) – Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat die islamischen Staaten aufgerufen, das Recht auf Religionswechsel anzuerkennen.

Islamische Staaten sollen sämtliche Sanktionen gegen Konvertiten, insbesondere die Todesstrafe, abschaffen, heisst es in einer Resolution, welche die Mitgliederversammlung der IGFM am 7. Mai in Königstein (Taunus) beschlossen hat.

Anlass ist der Fall des zum Christentum übergetretenen Afghanen Abdul Rahman, der wegen Abfalls vom Islam vor Gericht gestellt wurde und dem deshalb nach islamischem Recht, der Scharia, die Todesstrafe drohte. Erst nach massiven internationalen Protesten kam er am 28. März frei und reiste nach Italien aus.

Nach Angaben der IGFM droht auch in anderen Mitgliedsstaaten der „Organisation der Islamischen Konferenz“ Konvertiten aus dem Islam die Todesstrafe. Als Beispiele werden der Iran, Irak, Saudi-Arabien, Katar, Mauretanien, der Sudan und der Jemen genannt.

Sorge bereitet der IGFM auch die Lage der Konvertiten in Ägypten, Pakistan, Malaysia und den Malediven. Dort drohe ihnen etwa der Verlust des Arbeitsplatzes, Enterbung oder gar die Ermordung durch die eigene Familie und extremistische Gruppen.

Die IGFM erinnert die islamischen Länder daran, dass die Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen und der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte den freien Religionswechsel als grundlegendes Menschenrecht anerkennen.

Der unter Iranern in Deutschland tätige Pastor Winfried Kahla (Steinfeld bei Osnabrück) nannte die Lage der Christen im Iran „sehr bedrohlich“. Dies gelte vor allem für Protestanten, die unter dem Verdacht stünden, unter Moslems zu missionieren. Sie würden ständig bespitzelt und müssten beim Besuch einer Kirche den Ausweis vorzeigen. Muslime, die zum Christentum überträten, könnten mit dem Tode bestraft werden. 

Wasim Muntizar von der pakistanischen Menschenrechtsorganisation CLAAS (Lahore) beschrieb die Unterdrückung der Christen in seinem Heimatland. Ihr Bevölkerungsanteil an den rund 150 Millionen Einwohner liegt bei drei Prozent. Immer wieder würden Christen fälschlich bezichtigt, den Propheten Mohammed beleidigt zu haben, so Muntizar. Seit 1986 habe es mehr als 5.000 Anklagen nach dem Blasphemiegesetz gegeben, das die Todesstrafe vorsieht.



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