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Basel: Erdbeben ist Stadtgespräch
(19. Oktober 2006/rh.) - Mit einer Gedenkfeier ist am Mittwoch in Basel der Erdbebenkatastrophe von 1356 gedacht worden. Zuvor sprachen sich Experten an einer Tagung für eine obligatorischen Erdbebenversicherung und für konsequentes erdbebensicheres Bauen aus. Basel zählt zu den zehn am meisten gefährdeten Erdbebengebieten der Welt. Die Premiere für das Musical „Basileia“ verlief erfolgreich. Jetzt ist auch ein FACTUM-Sonderdruck über „Das Beben von Basel“ erhätlich.
Das Erdbeben von Basel am 18. Oktober 1356 war das stärkste Beben nördlich der Alpen im ganzen Mittelalter. (FACTUM berichtet darüber ausführlich in der Ausgabe 8/2006). Auch heute noch gehört die Region Basel zu den zehn am meisten gefährdeten Erdbebengebieten der Welt, wie Peter Malama, Direktor des Gewerbeverbandes Basel-Stadt, sagte. Ebenfalls als gefährdet gelten das St. Galler Rheintal, das Wallis, die Innerschweiz und Graubünden. Dennoch sei die Sensibilisierung für dieses Risiko in der Schweiz gering.
Die Experten forderten an der vom Basler Gewerbeverband organisierten Fachtagung, dass erdbebensicheres Bauen zum landesweiten Standard wird. Laut Thomas Wenk, Präsident der Schweizer Gesellschaft für Erdbebeningenieurwesen und Baudynamik, sind bauliche Massnahmen die einzig wirksame Erdbebenprävention. Teuer würden diese beim Nachrüsten von Altbauten, während Erdbebensicherheit bei Neubauten praktisch ohne Mehrkosten gewährleistet werden könne.
Im Zusammenhang mit der Erinnerung an das Basler Erdbeben vor 650 Jahren entstanden auch ein Roman, ein Comic sowie das Musical „Basileia“. Dieses feierte am 18. Oktober seine erfolgreiche Premiere. Wegen des über Erwarten grossen Publikumsaufmarsches kam es zu logistischen Problemen. Die Aufführung endete mit Verspätung, allerdings unter langanhaltender stehender Ovation.
Der FACTUM-Report „Das Beben von Basel“ ist jetzt als 12-seitiger Nachdruck ebenfalls wieder erhältlich. Darin wird sowohl auf die aktuelle Situation eingegangen, aber auch die historisch-geistlichen Zusammenhänge in der Vergangenheit werden beleuchtet. Denn es geht nebst der Naturkatastrophe auch um Judenverfolgung und die Pest. Dazu wird gefragt, was denn dem Menschen letztlich Sicherheit verleihe.
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