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Paul Gerhardt im Internet

(26. Februar 2007/idea) – Zum 400. Geburtsjahr des evangelischen Liederdichters Paul Gerhardt (1607-1676) hat die EKD das Webportal www.paul-gerhardt-jahr.de frei geschaltet.

Die Internetseiten bieten Informationen zu Leben, Werk und Wirkung des Dichters christlicher Choräle und Volkslieder, zum Beispiel „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ oder „Befiehl du deine Wege“.

Gerhardt wurde am 12. März 1607 in Gräfenhainichen (Sachsen) geboren. Seine Bedeutung und kulturelle Prägekraft ist für den Protestantismus kaum zu überschätzen. So schreibt der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber (Berlin): „400 Jahre Paul Gerhardt - das ist vor allem deshalb ein denkwürdiges Ereignis, weil wir seinen geistlichen Gedichten und Liedern ihr Alter gar nicht anmerken.“ Die Worte, die der Dichter für jede Lebenssituation finde, berührten auch noch Menschen von heute. Gerhardts Dichtung gehöre neben Luthers Bibelübersetzung und Grimms Märchen zu den bekanntesten deutschen Texten.

Das Paul-Gerhardt-Portal enthält einen Überblick über Termine zum Paul-Gerhardt-Jubiläum in ganz Deutschland. Ausserdem gibt es Downloadmaterial für Gemeinde und Bildung, zum Beispiel Vorträge und Aufsätze, eine Präsentation, Bilder, Liedpredigten, Andachten, Vorlagen für Gemeindebriefartikel, ein Logo zum Paul-Gerhardt-Jahr sowie Informationen über Literatur mit Textauszügen.

Zum Jahreswechsel werden drei Liedauslegungen zu Gerhardts Silvesterlied „Nun lasst uns gehen und treten“ angeboten. In regelmässigen Abständen werden neue Auslegungen von Gerhardt-Liedern folgen. In einem Forum können Interessierte Gedanken zu Gerhardts Liedern austauschen. Über einen Shop der Website werden Bücher und CDs mit klassischer und neuer Musik angeboten. Betreut wird das Webportal von der Chrismon-Redaktion und vom Gemeinschaftswerk Evangelischer Publizistik (GEP).

Hinter Paul Gerhardts Liedern steht leidgeprüfte Erfahrung: Der Pfarrer erlebte die Schrecken des Dreissigjährigen Krieges (1618 bis 1648). Vier seiner fünf Kinder starben bereits wenige Tage bzw. Monate nach der Geburt, seine Frau nach nur 13 Jahren Ehe. Dennoch vertraute er fest darauf, dass sich der Mensch auf die Güte und Hilfe Gottes verlassen kann.

Stationen im Leben des Dichters
Gerhardt wurde am 12. März 1607 in Gräfenhainichen im damaligen Kurfürstentum Sachsen geboren. Nach seinem Theologiestudium ging er nach Berlin und arbeitete dort als Hauslehrer. 1651 wurde er Propst in Mittenwalde. Sein Ruf an die Berliner Kirche St. Nikolai 1657 fiel in die Zeit des Kurfürstlichen Toleranzediktes. Darin wurden die lutherischen Pfarrer aufgefordert, die reformierte Lehre zu tolerieren. Gerhardt fühlte sich jedoch an das lutherische Bekenntnis gebunden, auf das er ordiniert worden war. Er wurde des Amtes enthoben und nahm daraufhin eine Pfarrstelle in Lübben (Spreewald) an, wo er am 27. Mai 1676 starb.



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