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Ex-Muslime bedroht - der gleiche Gott?
(28. Februar 2007/rh.) - Muslime dürfen ihrer Religion nicht den Rücken kehren. Das ist in Deutschland nicht anders als in Saudi-Arabien. Die Exil-Iranerin Mina Ahadi steht unter Polizeischutz. Sie ist Mitbegründerin des „Zentralrats der Ex-Muslime“, der sich öffentlich vom Islam distanziert.
Wenn ein Muslim seiner Religion den Rücken kehren will, wird er in vielen islamischen Ländern von der Todesstrafe bedroht. Das erleben auch zum Christentum übergetretene Ex-Muslime. In Iran, Saudi-Arabien, Afghanistan, Pakistan, Sudan und Mauretanien können Abtrünnige des islamischen Glaubens im Sinne der Scharia hingerichtet werden. In anderen Ländern werden Konvertiten zwar nicht von Gerichten bestraft, aber ausgegrenzt: Familie und Freunde wenden sich ab, Menschen verlieren ihren sozialen Rückhalt.
„Auch in Europa ist der Abschied vom Glauben unter Muslimen ein Tabu. Er vollzieht sich allenfalls hinter verschlossenen Türen - und wehe, wer sich nicht an diese Regel hält“, schreibt nun „Spiegel online“. Das müsse die in Deutschland lebende Exil-Iranerin und Menschenrechtlerin Mina Ahadi erfahren. Sie hat mit etwa vierzig anderen ehemaligen Muslimen den "Zentralrat der Ex-Muslime" gegründet, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Jetzt lebt sie unter Polizeischutz.
Seit der Verein existiert, wird sie "terrorisiert" - so nennt es Ahadi selbst. Im Internet wurden die Mitglieder mit dem Tod bedroht: Es brauche gar keine offizielle Fatwa gegen Ahadis Zentralrat, also keinen offiziellen Aufruf von Religionsgelehrten, stand da zu lesen. Vielmehr schreibe der Koran vor, was mit solchen Menschen zu machen sei.
Im Klartext: Das islamische Recht der Scharia droht nach radikaler Auslegung Konvertiten mit der Todesstrafe - und damit drohen die Internet-Islamisten auch dem Zentralrat der Ex-Muslime.
Vor einer Woche dann wandte sich die Polizei an Ahadi. Sie wurde unter Personenschutz gestellt - wie die Grünen-Politikerin Ekin Deligöz, die kürzlich Musliminnen in Deutschland zum Ablegen des Kopftuchs aufgefordert und damit den Zorn der Islamisten auf sich gezogen hatte.
Die Eskalation zeigt, wie gross das Tabu ist, an dem der Zentralrat der Ex-Muslime rührt. In genau einer Woche wollen sich die Mitglieder erstmals auf einer Pressekonferenz vorstellen und öffentlich ihre Abkehr vom Islam bekennen - mit Fotos und dem Slogan "Wir haben abgeschworen".
Sie habe sich nicht ausgesucht, dass sie als Muslimin geboren wurde, sagt Ahadi. Mit dem Zentralrat der Ex-Muslime, der sich atheistisch gibt, wolle sie vor allem unterdrückten Frauen einen Ausweg bieten. Säkulare Menschen, die in Deutschland leben und integriert sind, müssten verteidigt werden.
Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Köln, Ayyub Axel Köhler, sagte der "taz", er könne die Motivation des Vereins "einfach nicht verstehen". Aber "in diesem Land kann sich jeder organisieren, das Recht dazu haben sie natürlich".
Ein Austritt aus dem Islam gelte als "Hochverrat", sagt Islamwissenschaftlerin Melanie Kamp vom Zentrum Moderner Orient gemäss „Spiegel online“. Wenn man als Muslim öffentlich und in der Gruppe den Austritt erkläre, provoziere man Reaktionen islamischer Theologen.
Ungeachtet solcher diametralen Unterschiede behauptet der evangelische Theologe und Büroleiter der Stiftung „Weltethos“ Martin Bauschke in der Zeitschrift „Zeitzeichen“, Muslime und Christen würden an denselben Gott glauben. Nach seiner Überzeugung enthalten Islam und Christentum „zahlreiche gemeinsame Aussagen über Gott“. Selbst die Offenbarung Gottes sei ähnlich.
Dass ist falsch: Der Koran kennt keinen Mensch gewordenen Gott! Daran, so schreibt Johannes, erkenne man den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums: „Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus in das Felisch gekommen ist, der ist von Gott; und ein jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott“ (1. Joh. 4,2 und 3a). Und weiter: „Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht“ (1. Joh. 2,23a).
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