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220 Mio. Jahre ohne Evolution
(20. März 2007/rh.) Sie seien 220 Millionen Jahre alt: In Bernstein eingeschlossene Mikroorganismen. Diese unvorstellbar lange Zeit liess sie unberührt. Die Evolution hat sie vergessen.
Ein deutsch-italienisches Forscherteam entdeckte in den Dolomiten Bernsteineinschlüsse. Sie gelten als die bislang ältesten bekannten Einschlüsse der Welt. In den tausenden winzigen Bernsteintröpfchen sind Bakterien, Pilze, Amöben und Wimpertierchen konserviert worden, und das 220 Millionen Jahre lang, berichtet "Bild der Wissenschaft".
In der geologischen Zeitskala gemessen, sind diese Einschlüsse aus der Zeit der ersten Dinosaurier und damit rund 85 Millionen Jahre älter als ähnliche, bisherige Funde. Forscher um Alexander Schmidt von der Berliner Humboldt-Universität waren nahe dem italienischen Alpen-Skiort Cortina d'Ampezzo darauf gestossen.
Der Zustand der so genannten Inklusen (Einschlüsse) wird als „aussergewöhnlich gut“ beschrieben, selbst Zellstrukturen seien noch erkennbar. Dadurch seien erstmals direkte Vergleiche mit heute lebenden Arten möglich geworden. Diese hätte gezeigt, dass sich viele der Mikroorganismen bislang nicht verändert haben und damit von heutigen Arten nicht zu unterscheiden sind.
Wurden sie während 220 Millionen Jahren von der Evolution vollständig vergessen? Immerhin haben diese Mikroorganismen im Deutungsrahmen der Evolutionstheorie die Ära und das Aussterben der Dinosaurier erlebt, danach das Aufkommen der Blütenpflanzer, der Vögel und der Säugetiere. Während diese sich über die eingesetzten Jahrmillionen „höherentwickelt“ und spezialisiert haben sollen, wären die Wimpertierchen, Algen und Pilze gegen jede Veränderung immun gewesen. Die Forscher führen diese schwer nachvollziehbare Tatsache zurück auf ihre geringere Spezialisierung als bei höheren Lebewesen. Zudem hätten sich die Lebensräume der Mikroorganismen kaum verändert, was nicht zu einem Selektionsdruck führte, sondern stabilisierend gewirkt habe.
Dieser Erklärungsversuch wirft aber weitere Fragen auf: Ist ihr Lebensraum wirklich 220 Millionen Jahre lang unberührt geblieben? Haben sich denn andere Tiere in derselben Umgebung ebenfalls nicht verändert?
Es könnte ja auch sein, dass diese „lebenden Fossilien“ selbst stark wechselnde Umweltbedingungen unverändert überstanden haben, weil sie eben nicht „niedrig“ oder „primitiv“, sondern mit einer Komplexität ausgestattet waren, die ihnen das Überleben sicherte. Wie ist diese ursprünglich entstanden?
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