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Vorläufig kein Minarett in Langenthal

Bild: Hanspeter Wild (17. April 2007/rh.) – Vorderhand darf die islamische Gemeinschaft in schweizerischen Langenthal kein Minarett auf ihrem Versammlungsgebäude errichten. Die Baubeschwerden aus der Nachbarschaft wurden von Kanton gutgeheissen.

Das Tauziehen um den Bau eines Minaretts im bernischen Langenthal geht in die nächste Runde. Nachdem die vom Gemeinderat erteilte Baubewilligung angefochten worden war, stützte nun das kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedepartement diese Einsprachen aus der Nachbarschaft. Diverse Punkte seien ungenügend geklärt, heisst es von Seiten des Kantons.

So fehle unter anderem ein Betriebs- und Nutzungskonzept, um zu beurteilen, ob das Bauvorhaben zonenkonform und ob die Lärmimmissionen für die Nachbarschaft zumutbar seien. Unklar sei auch, ob den Besuchern des Kultus- und Begegnungszentrums bei grossen Anlässen genügend Parkplätze zur Verfügung stehen.

Damit gehen die Akten zurück an die Stadt Langenthal. Sie muss den Sachverhalt von einmal abklären und danach erneut über die Baubewilligung entscheiden. Dieser Entscheid wäre wiederum beschwerdefähig.

Gegen den Umbau des islamischen Kultus- und Begegnungszentrums waren ursprünglich über 70 Einsprachen eingegangen. 20 Einsprecher gelangten mit ihrer Beschwerde an den Kanton Bern, nachdem die Stadt Langenthal im Dezember 2006 die Bewilligung für den Umbau des Begegnungszentrums erteilt hatte, und zwar erst, nachdem sich die muslimische Glaubensgemeinschaft vertraglich verpflichtet hatte, auf Gebetsrufe vom geplanten Minarett zu verzichten.

Gegen die Langenthaler Minarett-Pläne regte sich bereits im vergangenen Sommer Widerstand. Ein Komitee sammelte für eine Petition rund 3500 Unterschriften in der weiteren Region.

Das Aktionskomitee „Stopp Minarett“ begrüsst den Entscheid der kantonalen Baubehörde. Dies sei ein „juristischer Erfolg“. Gleichzeitig hoffe man auf die endgültige Ablehnung des Baugesuchs. Minarette würden häufig die Forderung nach dem Muezzin-Ruf nach sich ziehen. Dabei sei das Minarett weder im Koran noch in den muslimischen heiligen Schriften, der Hadith, erwähnt. Vielmehr stelle es ein Eroberungs- und Machtsymbol dar, schreibt das Aktionskomitee, das sich gegen die Errichtung von Minaretten in der Schweiz wehrt.

In der Schweiz wird zunehmend heftiger darüber diskutiert, ob die Bewilligung von Minarettbauten aus dem Baugesetz herausgelöst und örtlichen Volksabstimmungen unterstellt werden sollen. Eine entsprechende landesweite Initiative für eine solche Gesetzesänderung soll in den nächsten Wochen gestartet werden.



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