Das Ende der Eiszeit
(20. April 2007/rh.) - Das Tauwetter in den Polargebieten wird jetzt mit enormem Aufwand untersucht. Dringender wäre allerdings das Auftauen des menschlichen Herzens gegenüber dem Schöpfer.
In den Polargebieten zwingt das Schmelzen des arktischen Eises die dort lebenden Menschen und Tiere zum Aufgeben gewohnter Lebensweisen. Eisbären finden weniger Eisschollen, Rentiere versinken im Schlamm, grosse Küstenstriche sind bedroht. In 75 Jahren werde das Eis am Nordpol verschwunden sein, warnten deutsche Forscher Anfang Dezember – und lösten damit Bestürzung aus.
Noch düsterer sieht die Prognose eines US-Forscherteams aus: Ändert sich nichts an der laufenden Entwicklung, dann könnte die Arktis schon in 35 Jahren während der Sommermonate eisfrei sein. Das berichten amerikanische Forscher um Marika Holland (Universität Washington) im Journal «Geophysical Research Letters». Zudem werde die arktische Eisdecke auch im Winter dünner.
Tauen die Dauerfrostgebiete, wird das Klimagas Methan in grossen Mengen freigesetzt. Die Polargebiete gelten als wichtige Klimaindikatoren, trotzdem sind sie noch weitgehend unerforscht. Dies soll sich jetzt ändern.
Während der Eiszeit bedeckten mächtige Eisdecken Grönland und Nordamerika sowie ganz Nordeuropa bis hinunter nach Deutschland. Auf der südlichen Erdhalbkugel bedeckte das Eis die Antarktis. Glasharte Eiskappen krönten die Berge von Neuseeland, Tasmanien, Australien und Chile. Bis heute liegen gigantische Eisdecken über der Antarktis und Grönland. In den Alpen finden sich die letzten Reste der Eiszeit in der Form von Gletschern. Spuren der Eiszeit finden sich aber auch in Landschaftsstrukturen und Sedimenten.
Wie kommt es zu Eiszeiten? Damit sich Eis auf dem Festland ansammelt und bleibt, müssen die Ozeane in mittleren und höheren Breitengraden warm und die Landmassen kalt sein, insbesondere im Sommer. Sind die Meere warm, verdunsten riesige Wassermengen, die auf das Land fallen. Ist es dort kalt, fällt Schnee, der zu einer zusätzlichen Abkühlung beiträgt und schliesslich auch im Sommer nicht mehr schmilzt. Durch Zusammenpressen wird Schnee zu Eis: Die Schneekristalle verformen sich zu Eiskristallen, bilden eine feste Decke.
Gletscher bilden sich an Hängen und in Felskesseln. Voraussetzung ist, dass es dort, wo der Schnee sich anhäuft und setzt, kalt genug ist. Das Wechselspiel zwischen Frost und Tau begünstigt die Transformation: Beim Schmelzen geht der Schnee in die flüssige Phase und rekristallisiert als Eis. Unter günstigen Bedingungen häuft sich das Eis am Berg, bevor es zum Gletscher wird und sich, dem Gesetz der Schwerkraft folgend, abwärts bewegt. Die Geschwindigkeit hängt sowohl von der Schneezufuhr ab, als auch von der Neigung des Hanges, von den Eigenschaften des Bodens (Moräne oder Felsen) und von den klimatischen Bedingungen. Im Sommer ist die Geschwindigkeit höher, da das Schmelzwasser als Schmiermittel wirkt und die Bewegung beschleunigt.
Die allgemeine Erklärung für die Entstehung der Eiszeit lautet so, dass es innerhalb der letzten zwei bis drei Millionen Jahre immer wieder zu deutlichen Klimaschwankungen mit warmen interglazialen) und kalten (glazialen) Phasen gekommen sei. Dabei sei das Eis jeweils vorgestossen, um sich anschliessend wieder zurückzuziehen. Trotz einer Indizien-Kette sind die Ursachen der Eiszeiten noch in manchem Punkt unklar. Fischers Lexikon schreibt: «Die Ursachen der Eiszeiten sind noch weitgehend unbekannt bzw. umstritten.» Niemand weiss, welche Bedingungen damals auf der Erde herrschten und welche Dynamik zum Kippen des Klimas führte. Wenn es um die Entstehung der Eiszeit geht, sind deshalb immer auch aussergewöhnliche Szenarien in Betracht zu ziehen. Lesen Sie die ganze Titelgeschichte von FACTUM 3/2007!
Kommentar: Beim Versuch, das System der Erde und ihr Klima besser zu verstehen, nehmen die Polargebiete eine Schlüsselstellung ein. Beim Versuch, den Menschen und seine Antriebe zu verstehen, nimmt sein Herz eine Schlüsselstellung ein. In welcher Beziehung steht das Geschöpf zu seinem Schöpfer?
Polarjahr und Klimawandel gehörten ergänzt mit den geistigen Projekten «Bibeljahr und Herzenswandel». Es geht um das Erforschen des göttlichen Willens und um das Erkennen seines Charakters in der Heiligen Schrift. Wem sich dabei das Herzensklima gegenüber Gott erwärmt, der wird eine neue Sicht für viele Ereignisse bekommen und den Herausforderungen unserer Zeit mit mehr Zuversicht begegnen. Ein solches Tauwetter wäre nur zu begrüssen. Denn es ist nicht der Mensch, sondern Gott, der regiert – «er ist vor allem und alles besteht durch ihn» (vgl. Kol. 1,16).
Dies zu wissen und zu glauben, sollte Christen helfen, die Umweltthematik gelassen und aus Liebe und Verantwortung gegenüber Gott zu betrachten und nicht aufgrund von Marketing und drohenden politischen Zwangsmassnahmen. Wo die Ehrfurcht vor Gott fehlt, übt der Mensch seine manipulative Macht aus.
Die Gefahr ist gross, dass die unzähligen Forschungsprojekte materialistisch-atheistisch ausgewertet werden, dass die Massnahmen im Bereich des Klimaschutzes politisch in eine Ökodiktatur umschlagen und dass die Wirtschaft die Gelegenheit nutzt, um mit neuen Produkten viel Geld zu verdienen. Es wird in Zukunft schwieriger werden, den Durchblick zu behalten und die Prioritäten nicht zu verschieben. Rolf Höneisen
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