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Schweiz: Mehr Retortenkinder
(31. Mai 2007/rh.) – 2005 unterzogen sich in der Schweiz rund 4400 Frauen einer Behandlung im Rahmen der Fortpflanzungsmedizin. So wurden 1257 Kinder geboren.
Der Wunsch nach einem Kind kann bei unfruchtbaren Paaren enorm gross sein. Die technische Entwicklung in der Reproduktionsmedizin vermag durch die Befruchtung im Reagenzglas und dem anschliessenden Embryonentransfer in einigen Fällen zu helfen, aber lange nicht bei allen. Als Hauptgrund für die Unfruchtbarkeit gibt das schweizerische Bundesamt für Statistik die Unfruchtbarkeit beim Mann an.
In der Schweiz boten im Jahr 2005 23 medizinische Zentren fortpflanzungsmedizinische Behandlungen an. Sie versuchten rund 4400 Frauen zu helfen. Dabei wurden knapp 6800 Behandlungszyklen hormonell initiiert, das sind 1,6 Zyklen pro Frau. Aber nicht bei allen, sondern bei 88 Prozent fand schliesslich nach der In-Vitro-Fertilisation ein Embryotransfer statt. Bei 12 Prozent führte die Behandlung zu keinem Ergebnis.
Nach dem Embryotransfer kam es nur bei einem Viertel der Frauen zu einer Schwangerschaft, bei drei Vierteln ging der Embryo verloren.
Bei den Schwangerschaften kam es wiederum bei der ungewöhnlich hohen Zahl von einem Viertel der Frauen zu einem vorzeitigen Abort.
Drei Viertel der Schwangerschaften mit bekanntem Ausgang endeten schliesslich mit der sehnlichst erhofften Geburt eines Kindes. In 8 Prozent der Fälle ist der Ausgang unbekannt.
So wurden im Jahr 2005 insgesamt 1257 mit Hilfe der Reproduktionsmedizin initiierte Geburten registriert. Im Verhältnis zur Gesamtzahl aller Geburten in der Schweiz in diesem Jahr waren das 1,7 Prozent.
Trotzdem ist die Fortpflanzungsmedizin im Wachsen. Von 2004 auf 2005 ist die Zahl der Retortenbabys um 27 Prozent gewachsen und seit 2001 hat die Zahl der Behandlungen um rund 40 Prozent zugenommen. Doch die Erfolgsraten sind immer noch bescheiden.
Von den geborenen Kindern waren 19 Prozent Zwillinge und 1 Prozent Drillinge; rund 81 Prozent der behandelten Frauen brachten ein einzelnes Kind zur Welt. Bei der Retortenbefruchtung sind Mehrlingsgeburten um ein Mehrfaches häufiger. Sie machen bei der Gesamtheit aller Frauen, die in der Schweiz ein Kind geboren haben nur zwei Prozent aus.
Im übrigen werden die Daten für diese Statistik „intern“ erhoben. Die Schweizerische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin erhebt sie bei 22 medizinischen Zentren und leitet sie anschliessend ans Bundesamt für Statistik weiter.
Welche seelischen Nöte stehen hinter vielen dieser Zahlen? Die moderne Fortpflanzungsmedizin vermag einigen Paaren den Kinderwunsch zu erfüllen, doch die Mehrheit der Behandelten bleibt enttäuscht, ihre Erwartungen wurden trotz langwieriger, psychisch belastender und teurer Therapie nicht erfüllt. Kein Thema in der Statistik ist zudem die ethische Situation der zu viel „produzierten“ Embryonen und deren Selektion.
Ist das Ganze nun Segen oder Fluch? Die medizinisch unterstützte Fortpflanzung ist zwar auf dem Vormarsch, aber von einem erfolgreichen Durchbruch kann keine Rede sein.
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