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Türkei: Schwierige Lage für Christen
( 22. Juni 2007/bq./fa.) - Die Lage der evangelischen Christen in der Türkei ist nach den Morden von Malatya nach wie vor schwierig. Das meldet das türkische Studienzentrum des Martin Bucer Seminars. Ausländische Christen haben die Stadt Malatya verlassen.
Nach Auskunft eines seiner Mitarbeiter konnte der evangelikale Zirve-Verlag mittlerweile seine Räume in Malatya wieder übernehmen, nachdem sie von den Behörden freigegeben worden waren. Seitdem sind immer wieder Gruppen von Mitarbeitern für einige Tage nach Malatya gekommen. In dieser Zeit ist das Büro auch für die Öffentlichkeit wieder zugänglich, so dass Bibeln und christliche Literatur erworben werden können.
Im Laufe des Spätsommers plant der Verlag den Umzug eines seiner Mitarbeiter nach Malatya, mit dem dann wieder ein Team vor Ort aufgebaut werden soll. Ab Herbst wird das Büro dann wieder normal geöffnet sein. Dafür wird man dann aber neue Räumlichkeiten anmieten.
Die kleine Gemeinde der einheimischen Gläubigen, deren Pastor Necati Aydin war, trifft sich seit einigen Wochen wieder regelmässig zu Bibelstudium und Gebet. Ausländische Christen haben die Stadt praktisch vollständig verlassen. Nur Susanne Geske lebt mit ihren Kindern wie angekündigt nach wie vor in Malatya. Am 18. April ist ihr Mann zusammen mit zwei türkischen Freunden wegen seines Glaubens brutal ermordet worden.
Christliche Gemeinden sehen sich zunehmend genötigt, Sicherheitstechnik einzusetzen. So hat die protestantische Gemeinde in Izmit kürzlich für ihre Versammlungsräume Überwachungskameras installiert. Ihr Pastor wurde von den Mördern in Malatya namentlich genannt, weshalb er seitdem unter Polizeischutz steht. Die Bewohner des Hauses, in dem er mit seine Familie lebt, haben aber so ernsthafte Sicherheitsbedenken, dass die Eigentümerin des Hauses massiv bedrängt wurde, dem Pastor und seiner Familie die Wohnung zu kündigen. So hat sie sich diese Woche mit der dringenden Bitte an die Familie gewandt, sich möglichst schnell eine neue Wohnung zu suchen und aus der bisherigen auszuziehen.
Der christliche Radiosender Shema in Ankara ist seit vielen Wochen von Drohungen und Einschüchterungen betroffen. Wir der Leiter der Radiostation, Soner Tufan, mitteilte, kommen jede Woche mehrere Personen, warten vor dem Gebäude, gehen auf und ab, hantieren mit ihren Mobiltelefonen und vertreiben sich die Zeit – sprechen die Mitarbeiter des Senders aber nicht an. Auch die Polizei ist ratlos, was sie davon halten soll. Sie hat aber die Verantwortlichen dringend aufgefordert, umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Quelle: Bonner Querschnitte
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