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Al-Kaida gäbe es auch ohne Irakkrieg

(03. Juli 2007 fa.) - Die Ideologie des islamischen Terrornetzwerks Al−Kaida ist stärker denn je. Sie existierte auch ohne den Irakkrieg.

Die gescheiterten Anschläge von Glasgow und London haben die Experten nicht überrascht. Geheimdienste, Polizei und Minister haben wiederholt vor neuen Attacken gewarnt.

Noch im April dieses Jahre zitierte die „Sunday Times“ aus einem Geheimdienstbericht, wonach Al−Kaida zur Zeit des Wechsels von Tony Blair zu Gordon Brown "massive Anschläge mit hohen Opferzahlen" in Grossbritannien und anderen westlichen Ländern plane.

In Grossbritannien wurde in öffentlichen Diskussionen immer wieder betont, der Irakkrieg und die Teilnahme britischer Soldaten seien Schuld am Terror gegen das Land. Diese These wurde durch die Anschläge im Jahr 2005 erschüttert und in Frage gestellt. Zum Beispiel verkörperte der Bombenleger vom 7. Juli 2005, Mohammad Sidique Khan, das Gegenteil aller Rechtfertigungsargumente für den islamistischen Terror. Khan war weder unterprivilegiert, noch litt er Armut oder Diskriminierung noch erregte ihn der Irakkrieg oder der Sturz des Taliban-Regimes. Vielmehr war er seit Mitte der neunziger Jahre Anhänger des Wahabitismus und entschlossen, in den „heiligen Krieg“ zu ziehen.

Ein junger Muslim namens Hassan Butt, der selbst zu extremistischen Kreisen zählte, schrieb in der britischen Zeitung „Observer“, wie die jungen britischen Dschihadisten nur triumphierend gelacht hätten über das Argument, islamistische Gewalt sei durch westliche Aussenpolitik ausgelöst worden. Indem der Regierung die Schuld zugewiesen wurde für die Taten der Extremisten, hätten diejenigen, die das Argument von "Blairs Bomben" benutzten, ihnen nicht nur die Propagandaarbeit abgenommen. Noch wichtiger sei gewesen, dass so verhindert wurde, dass man sich der wahren Ursache ihrer Gewaltakte zuwandte: der islamistischen Theologie.

Für Tony Blairs Nachfolger, Gordon Brown, ist der totalitäre Islam “eine grosse, lange unterschätzte Gefahr“, schreibt „Zeit online“. Der „multikulturelle Schmusekurs“ sei in Grossbritannien gescheitert; er habe die Ghettoisierung vertieft und die Entstehung einer muslimischen Parallelgesellschaft gefördert.

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