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Taliban töten zweite koreanische Geisel

(31. Juli 2007/fa./idea) - Knapp zwei Wochen nach der Entführung von 23 südkoreanischen Christen in Afghanistan haben die Taliban eine zweite Geisel getötet.

Die Geisel – ein Mann – sei erschossen worden, weil die afghanische Regierung der Forderung nach der Freilassung inhaftierter Kämpfer nicht nachgekommen sei, erklärte der selbst ernannte Taliban-Sprecher Kari Jussef Ahmadi gestern gemäss einer Meldung von „Blick online“.

Die südkoreanische Regierung identifizierte den Mann als den 29 Jahre alten Shim Sung Min. Am vergangenen Mittwoch hatten die Extremisten die erste von ursprünglich 23 Geiseln aus Südkorea getötet.

Die Regierungen in Kabul und Seoul hätten ihre Zusage nicht eingehalten, inhaftierte Taliban auf freien Fuss zu setzen, erklärte Ahmadi. Sollten die Verhandlungen weiter keinen Erfolg zeigen, «könnten die Taliban jederzeit eine weitere koreanische Geisel töten».

Weltweit hoffen, beten und bangen Christen um die entführten Südkoreaner, darunter sind 18 Frauen, die sich seit dem 19. Juli in den Händen der radikal-islamischen Taliban befinden.

Die Helfer, meist Krankenschwestern, kamen nach Afghanistan, um der Bevölkerung medizinisch beizustehen. Sie wurden entführt, als sie einen Kindergarten für mittellose Kinder und Waisen besuchten wollten.

Der Anführer der Gruppe, Pastor Bae Hyung-Kyu, wurde an seinem 42. Geburtstag, dem 25. Juli, mit zehn Schüssen ermordet. Seine Leiche wurde inzwischen in seine Heimat überführt. Er soll erst nach der Freilassung der übrigen Geiseln beerdigt werden.

Unterdessen dauern die Verhandlungen der afghanischen Regierung mit den Taliban an. Sie verlangen die Freilassung von 23 inhaftierten Aufständischen.

In christlichen Gemeinden Südkoreas werden rund um die Uhr Fürbittgottesdienste gehalten. Allerdings wurden auch Stimmen laut, die den Sinn von christlichen Hilfsaktionen in religiös feindlicher Umgebung in Frage stellten. Die Saemmul-Gemeinde betonte, dass sich das Hilfsteam nicht zum Missionieren in Afghanistan aufhalte. Der Kirchenhistoriker Prof. Chung-Shin Park sagte, Missionsarbeit sei grundsätzlich lobenswert, aber es gelte, besonders in islamisch geprägten Ländern sensibel vorzugehen.

Evangelikale Gemeinden und Gruppen in Südkorea haben etwa 17.000 Mitarbeiter in 173 Länder entsandt. Im Jahr 2004 waren acht südkoreanische Christen im Irak entführt worden; ein 33-Jähriger wurde geköpft.

Der Weltallianz zufolge engagieren sich gegenwärtig etwa ein Dutzend koreanische Hilfsorganisationen und Kirchen mit rund 100 freiwilligen Mitarbeitern in Afghanistan. Seit 2002 reisten jährlich zwischen 400 und 500 Südkoreaner in das Land, um die Bevölkerung beim Wiederaufbau von Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, Landwirtschaft und Informationstechnologie zu unterstützen. Unter anderem haben sie Kliniken aufgebaut.

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