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Morddrohungen wegen Dialogs mit den Muslimen
(15. August 2007/fa.) – Bislang gingen Drohungen von Islamisten aus, jetzt bedrohen Gegner einer Verständigung mit Muslimen einen Islamwissenschaftler.
Die Wortwahl im Rahmen der Debatte um den Islam in Deutschland wird zunehmend aggressiver. Beide Seiten verwenden dabei in ihren Polemiken gern den Bezug zum NS-Staat. So hatten zuletzt türkische Medien und Verbandsvertreter das neue Zuwanderungsrecht mit den Nürnberger Gesetzen verglichen.
Wie „Welt online“ meldet, macht aber auch das Lager der Islamgegner mobil. Eine am 18. Juli von der Stadt München organisierte Veranstaltung mit dem Erlanger Juraprofessor und Islamwissenschaftler Mathias Rohe musste kürzlich abgebrochen werden, weil eine Gruppe von Störern mit Zwischenrufen wie „Blockwart“ auf sich aufmerksam gemacht hatte. Wenige Tage später erhielt Rohe eine E-Mail mit der Anrede „Sie schmieriger Dhimmi“ (Dhimmi, eigentlich eine Bezeichnung für Nichtmuslime in muslimischen Ländern, ist der neue Kampfbegriff für alle, die dem Islam angeblich zu naiv und liberal gegenüberstehen).
In der Mail, die Rohe der Polizei übergeben hat, heisst es: „Sie sind also auch einer von jenen verbrecherischen Hochverrätern, die Deutschland an den faschistoiden, totalitären und zutiefst imperialistischen Islam verraten und verkaufen wollen.“ Der anonyme Schreiber fährt fort: „Ich werde mich unglaublich bereichert fühlen, wenn Ihresgleichen, am Halse aufgehangen, am Baukran baumelt. Und wenn Ihnen dann die Visage blau anläuft, die Zunge aus dem Maul hängt, Ihr Schließmuskel versagt und Sie ein letztes Mal unter sich machen, dann, ja dann, werde ich bereichert sein. Ein Einheimischer.“
Rohe selbst weist den Vorwurf, den Islam zu verharmlosen zurück: „Zu Recht wird die fanatisierte islamische Religion als grosse Gefahr wahrgenommen, die Anschläge in aller Welt seit Jahren belegen es nur allzu erschütternd“ Eine Auseinandersetzung mit derartigen Ideologien sei auch für muslimische Theologen dringend geboten. Dennoch oder gerade deshalb müsse aber auch Versuchen, friedliche Muslime in Sippenhaft für Verbrechen im Namen des Islam zu nehmen, entschieden entgegengetreten werden, meint Rohe.
Was ist ist die richtige Haltung? Gerade Christen müssen sich gut überlegen, welchen Ton sie in der Islamdebatte anschlagen. Kritik und Aufklärung sind nötig und wichtig. Menschenverachtung, Bedrohung, Rassismus und politische Machtdemonstration gehören in eine andere Kategorie.
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