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Schweiz: Islamkritische Vorträge unter Polizeischutz

(12. Oktober 2007/rh.) - Die Debatte um den wachsenden Einfluss des Islam wird unter Christen in der Schweiz kontrovers oder gar nicht diskutiert. Islamkritiker haben einen schweren Stand.

Die in der Schweiz lancierte Initiative „Gegen den Bau von Minaretten“ polarisiert auch in christlichen Kreisen. Die freikirchlichen Verbände und Organisationen haben sich dagegen ausgesprochen. Unsicher ist, ob die Verbandsleitungen die Mehrheit ihrer Basis hinter sich haben. Entsprechende Umfragen wurden nicht gemacht.

Das Initiativkomitee, indem neben Politikern auch freikirchliche Vertreter sind, bedauert, dass es noch nie zu einem Treffen und einem Informationsaustausch mit Organisationen wie der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA), der Vereinigung der evangelischen Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz (VFG) und Vertretern der Evangelischen Volkspartei (EVP) gekommen ist.

Die Leiterkonferenz des VFG, der nach eigenen Angaben 600 Gemeinden vertritt, sieht in der Volksinitiative „Gegen den Bau von Minaretten“ einen „Angriff auf die verfassungsmässig gewährleistete Religionsfreiheit“. Die islamische Religionsgemeinschaft würde damit diskriminiert, indem ein Verbot in die Bundesverfassung aufgenommen würde, „das die Muslime grundsätzlich - und nicht aufgrund der Bauvorschriften, die für alle gelten - in der freien Ausgestaltung ihrer religiösen Räumlichkeiten beschränkt“.

Für Daniel Zingg vom Initiativkomitee basiert diese Argumentation auf sachlicher Unkenntnis. Ein Minarettverbot verletze die verfassungsrechtlich garantierte Glaubensfreiheit nicht. Durch ein Minarettverbot würde kein Moslem in der Ausübung seines Glaubens gehindert. Zingg wörtlich: „Das Minarett ist ein Symbol und Eroberungszeichen des politischen Islam.“ Die Initiative gegen den Minarettbau sei eine Reaktion auf die Frage, wie man dem an Einfluss gewinnenden Polit-Islam entgegen treten könne. Mit Dialogbereitschaft und Integrationswillen allein sei der „immer offensichtlicher werdende Konflikt nicht gelöst“.

Zingg, der durchs Land tourt, um Aufklärungsarbeit über die „schleichende Islamisierung“ zu leisten, ist ernüchtert über die Haltung vieler evangelikaler Leiter: „Etliche behandeln den Islam so, als gehe es um eine kulturelle Bereicherung der theologischen Landschaft der Schweiz.“ Er vermisst die nötige Rückendeckung und findet es unverantwortlich, dem wachsenden Einfluss des Islam tatenlos zuzusehen.

Bei Zinggs letztem Auftritt zusammen mit dem Nahostexperten Heinz Gstrein in Landquart gingen beim Betreiber des gemieteten Lokals Drohungen ein. Die Veranstaltung unter dem Titel „Es geht auch ohne Minarett“ fand schliesslich unter Polizeischutz statt. Unter den Zuhörern waren auch Muslime und ein Imam aus Pakistan. Dieser wollte nach den Referaten ans Mikrofon treten, was ihm verwehrt wurde. Wegen der angespannten Situation mussten die Referenten den Saal durch den Hintereingang verlassen.

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