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Der Mensch auf der Anklagebank
(26. Oktober 2007/rh.) - Es gibt zu wenig Trinkwasser, die Meere sind überfischt, die Ökologie ganzer Landstriche ist zerstört. In ihrem jüngsten Umweltbericht zeichnen die Vereinten Nationen ein dramatisches Bild des Planeten. Die fast 400 beteiligten Forscher sehen gar den Fortbestand der Menschheit infrage gestellt.
Die Sätze, die Journalist von „Spiegel online“ in die Tastatur hämmerte, klingen apokalyptisch: „Die Welt steht am Abgrund. Die Geschwindigkeit, mit der die Menschheit die Ressourcen der Erde während der letzten 20 Jahre verbraucht hat, habe das ‚Überleben der Menschheit’ infrage gestellt - das ist das Fazit von fast 400 Wissenschaftlern, die in dem jüngsten Umweltbericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) ein düsteres Bild der aktuellen Weltsituation zeichnen.“
540 Seiten umfasst der Bericht. Darin fordern die Wissenschaftler die Staaten zur Reduzierung der Schadstoffemissionen um 60 bis 80 Prozent auf. Durch die Umweltzerstörung durchlaufe die Erde derzeit auch eine Phase des rasanten Artensterbens. So stehen zwölf Prozent der Vogelarten, knapp 25 Prozent der Säugetiere und mehr als 30 Prozent der Amphibien vor dem Aussterben. Die Überfischung der Meere sei immer noch vier Mal höher, als es bei nachhaltiger Bewirtschaftung der Fall sein müsste. 388 Wissenschaftler arbeiteten am Unep-Bericht mit; rund 1000 weitere haben die Ergebnisse überprüft.
"Wir stehen vor einer Situation, die eskaliert", warnte Unep-Chef Achim Steiner in einer Videobotschaft. "Das Gleichgewicht kann nicht länger gehalten werden. In einigen Erdteilen ist es sogar schon zerstört."
Der Mensch sitzt auf der Anklagebank. Er lebt über seine Verhältnisse, zerstört seine Lebensgrundlage. Die Beweislast wird immer grösser – und damit lenkt das Umweltproblem ab vom weit dramatischeren Problem der Gottesferne, wofür schon längst das Todesurteil gegenüber der Menschheit gesprochen wurde. „Verwüstung und Elend lassen sie auf ihren Wegen zurück, und vom Weg, der zum Frieden führt, wollen sie nichts wissen. Sich Gott in Ehrfurcht zu unterstellen, käme ihnen nicht in den Sinn“ (Römer 3,16 und 17, NGÜ). Deshalb, so schreibt der Apostel Paulus weiter, „steht die ganze Welt vor Gott schuldig da“ (V.19).
Der Mensch sitzt auf der Anklagebank. Gibt es einen Ausweg vor dem kommenden Zorn Gottes? Auf diese Frage gibt das Evangelium eine deutliche Antwort: Ja! „Gott hingegen beweist uns seine Liebe dadurch, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren. Deshalb kann es jetzt, nachdem wir aufgrund seines Blutes für gerecht erklärt worden sind, keine Frage mehr sein, dass wir durch ihn vor dem ‚kommenden’ Zorn ‚Gottes’ gerettet werden. Wir sind ja mit Gott durch den Tod seines Sohnes versöhnt worden, als wir noch seine Feinde waren. Dann kann es doch gar nicht anders sein, als das wir durch Christus jetzt auch Rettung finden werden – jetzt, wo wir versöhnt sind und wo Christus auferstanden ist und lebt“ (Römer 5,8 bis 10, NGÜ).
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