Halloween: Immer gespenstischer
(30. Oktober 2007/idea) - Halloween wird in Deutschland noch gruseliger begangen als in den USA. Von dort waren die Bräuche Anfang der neunziger Jahre gekommen.
Wie aus einer von Studenten an der Universität Dortmund durchgeführten Untersuchung hervorgeht, zeigen die Kostüme bei deutschen Halloween-Partys mehr Monster und Schreckensgestalten als in den Vereinigten Staaten. Amerikanern gehe es mehr um das Verkleiden als um Gruselszenen. Die Deutschen inszenierten Halloween dunkler und gespenstischer.
In einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos vor Halloween (31.Oktober)bekannte rund ein Drittel der erwachsenen US-Amerikaner, an Geister zu glauben. 23 Prozent wollen schon einem Gespenst begegnet sein.
Halloween leitet sich ab von „All Hallows’ Eve“; das bedeutet „Vorabend zu Allerheiligen“. Dieses Fest wurde im Jahr 837 von Papst Gregor IV. als Gedenktag für die christlichen Märtyrer - als „Tag aller Heiligen“ - festgelegt. Man wollte damit die christianisierten Völker keltischen Ursprungs von ihren Bräuchen wegbringen.
Dazu gehörte die Vorstellung, dass in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November die Menschen Zugang zur Welt der Geister finden. Die Seelen der Verstorbenen, so meinte man, könnten zurückkehren, etwa in Tiergestalt. Davor fürchteten sich die Menschen. Deshalb versuchte man, die Geister durch Gegenmittel wie Feuer oder Masken zu vertreiben. So wurden Gesichter in Rüben geschnitzt, um die Geister fernzuhalten. Die Sitte mit dem ausgehöhlten Kürbis geht auf irische Einwanderer in den USA zurück.
Im Mittelpunkt der deutschen Halloween-Partys stehen Hexen, Geister und Dämonen. Die Teilnehmer verkleiden sich meist als Vampire und Gespenster. Ihr Schmuck reicht von Totenkopfmasken bis zur Blut überströmten Axt. Seit einigen Jahren schwärmen verkleidete Kinder aus, um unter dem Motto „Süsses oder Saures“ an Haustüren Bonbons zu verlangen.
Halloween bekommt zunehmend Gegenwind. Kirchen und christliche Werke zeigen Alternativen zu dem Spektakel auf. Die evangelischen Kirchen begehen am 31. Oktober den Reformationstag. Das Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Hamburg schlägt vor, den um Süssigkeiten bittenden Kindern „Lutherbonbons“ zu geben. Auf dem Einwickelpapier steht die Internetadresse www.lutherbonbon.de mit Informationen, Spielen und Ideen rund um das Leben von Martin Luther.
Auch die evangelistische „Aktion: In jedes Haus“ (Radevormwald) rät, den verkleideten Kindern nicht nur Süssigkeiten zu geben. Sie hat ein Faltblatt „Halloween – der Abend vor Allerheiligen“ entwickelt, das über Hintergründe und Gefahren des ursprünglichen Totenkults informiert. Die Stiftung Marburger Medien vertreibt eine Halloween-Kindertüte, in die man Bonbons, eine DVD über Jesus oder ein Informationsblatt legen kann. In Württemberg führt das Evangelische Jugendwerk am 31. Oktober wieder die landesweite Churchnight (Kirchennacht) durch. Im vergangenen Jahr fanden in Deutschland etwa 200 Veranstaltungen zu Glaube, Kirche und Reformation statt.
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