Kontakt   Newsletter   Impressum
   

    factum online RSS
  Infos zum RSS-Feed

Magazin-Werbung: Grenze überschritten

(02. November 2007) – Provozieren und Aufmerksamkeit erregen, so kommt man ins Gespräch. Eine besonders abscheuliche Variante dieser Praxis ist die Werbung für ein neues Lifestyle-Magazin.

Kommentar von Rolf Höneisen

Das neue Magazin heisst schlicht „Deutsch“ und ist gemäss der Werbeagentur Jung von Matt/Neckar ein „internationales Lifestylemagazin, das Themen und Trends aus Mode, Entertainment, Kunst, Design, Architektur und Gesellschaft beleuchtet und verbindet“.

Um das Blatt ins Gespräch zu bringen, greifen die Werber zu einer Masche, die immer wieder funktioniert: zum Tabubruch. Grossflächig sieht man eine blonde Frau mit einem Schäferhund in Positionen, welche die Grenze zur Sodomie überschreiten.

Auf den Sodomie-Vorwurf, reagiert die Agentur wie wenn sie von nichts wüsste: "In der Kampagne sieht jeder, was er sehen will.» Die Kritik wird zum Boomerang verbogen und auf den Betrachter zurückgeworfen.

In verschiedenen Internet-Foren wird die Kampagne heftig diskutiert, auch auf der Webseite der Stuttgarter Werbeagentur selbst. Beim deutschen Werberat hingegen sind bislang noch keine Klagen eingereicht worden, sagt Volker Nickel, Sprecher beim Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft. Persönlich äussert sich Nickel kritisch: „Ich habe meine Zweifel, ob solche Motive mit unseren Verhaltensregeln vereinbar sind." Lediglich Zweifel äussern reicht nicht. Protestieren müsste er!

Leider hat auch in diesem Fall der Tabubruch exakt die einkalkulierte Wirkung. Von Moral und ethischer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft – man denke nur an Kinder! – spricht keiner. Im Gegenteil.

Unter den Reaktionen auf der Webseite von Jung von Matt/Neckar schreibt Katharina: „(...) trifft meine geheimsten Wünsche (...) das lässt auf die nächste sexuelle Revolution hoffen. Ich meine, wer sagt, dass Sodomie schlecht ist? Die Kirche? Na dann...“ Ein Hinweis am Rande: Für die Kampagne bei der Agentur verantwortlich sind mehrheitlich Frauen.

Wieder einmal stehen Fragen im Raum: Wie weit darf Werbung gehen? Wo führt das hin? Wo liegen die Grenzen? In einer Reaktion auf der Webseite „persoenlich.com“ schreibt eine Leserin: „(...) bald wird auf den nächsten Werbeeinblendungen ein deutscher Bauer mit seiner Kuh (in Aktion) zu sehen sein. Die Interpretation der Aussage wird dann auch allein im Auge des Betrachters liegen! (...) warum ein deutscher Schäferhund und nicht ein Mann mit einem Kind? Die Aktion von JvM zeigt nur wieder mal, wie tief die deutsche Werbelandschaft gesunken ist. (...)“

Ja und der Absturz geht weiter! Wir befinden uns auf einer schiefen Ebene. Die Richtung ist vorgegeben, der Zug rollt immer schneller. Umkehr ist angesagt! Und zwar eine radikale, zurück zur Quelle der Wahrheit. Zum Lebensspender und –erhalter, zum Erlöser von unserer Gefangenheit und Befreier von der Schuld der Gottesferne, die uns umbringt. Wir brauchen die Weisungen Gottes.

Es offensichtlich, dass sich die selbst feiernde Menschheit ohne überirdische Offenbarung verliert (vgl. Sprüche 29,18), während sie sich über die wenigen Mahner und Warner lustig macht.



zurück

Das aktuelle Heft:
factum 3/2012


factum 3/2012
factum-Abo
efactum-App
Mithelfen und fördern!
ethos – suchen, finden, leben