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Sudan: Drama um englische Lehrerin beendet
(03. Dezember 2007/idea) – Das Drama um die englische Grundschullehrerin Gillian Gibbons, die aus religiösen Gründen im Sudan inhaftiert wurde, hat ein glimpfliches Ende gefunden. Nach acht Tagen Haft. wurde sie am 3. Dezember in die Obhut der britischen Botschaft entlassen.
Nach Gesprächen mit zwei muslimischen Mitgliedern des britischen Oberhauses - Nazir Ahmed und Sayeeda Warsi – hatte Sudans Staatspräsident Omar al Bashir die 54-jährige Pädagogin begnadigt. Sie kehrt mit Ahmed und Warsi in ihre Heimat zurück.
Der britische Premierminister Gordon Brown (Labour) zeigte sich erleichtert. Der gesunde Menschenverstand habe die Oberhand gewonnen. Frau Gibbons, die seit Juli an der von Kirchen getragenen Unity High School in Khartum lehrte, war am 25. November festgenommen und vier Tage später wegen Verunglimpfung des Propheten Mohammed zu 15 Tagen Haft verurteilt worden. Nach dem islamischen Gesetz, der Scharia, hätte sie auch mit 40 Stockhieben oder einer Geldstrafe bestraft werden können. Der Grund für die Verurteilung: Sie hatte ihren siebenjährigen Schülern einen Teddybären als Maskottchen mitgebracht, dem sie einen Namen geben sollten. Die Kinder entschieden sich für Mohammed. Das entrüstete islamische Extremisten.
Noch nach ihrer Verurteilung forderten Demonstranten im Anschluss an das Freitagsgebet die Hinrichtung der Lehrerin. Rund 600 Muslime gingen in Khartum auf die Strasse, schwenkten islamische Fahnen und Schwerter, verbrannten Zeitungen mit dem Bild der Lehrerin und riefen: „Wer den Propheten beleidigt, darf nicht leben.“ Der Rat der muslimischen Geistlichen im Sudan bezeichnete das Urteil ebenfalls als zu milde.
Hingegen verurteilten führende Vertreter der Muslime in Grossbritannien das Vorgehen der sudanesischen Justiz. Der Generalsekretär des Muslimischen Rats, Muhammad Abdul Bari, zeigte sich entsetzt. Niemals habe die Lehrerin den Islam beleidigen wollen. Im Sudan ist der Islam Staatsreligion. Von den rund 30 Millionen Einwohnern sind 65 Prozent Moslems, 24 Prozent Christen und elf Prozent Anhänger von Naturreligionen.
Frau Gibbons bedankte sich nach ihrer Freilassung für die „Freundlichkeit und Grossherzigkeit“, die sie erfahren habe. Sie bedauere es, wenn sie unbeabsichtigt religiöse Gefühle verletzt habe. Die Mutter von zwei erwachsenen Kindern war seit fünf Monaten im Sudan tätig. Zuvor war sie stellvertretende Rektorin einer Grundschule im nordenglischen Liverpool. Nach der Scheidung von ihrem Mann Peter, der dort als Rektor fungierte, wollte sie ein neues Leben beginnen.
Im Juli reiste sie in den Sudan aus, um an der Unity High School zu unterrichten. Diese 1902 gegründete Einrichtung besuchen rund 750 Kinder muslimischer und christlicher Eltern. Die Schule ist offen für Schüler jeglicher Religion und Volkszugehörigkeit. Sie wurde als christliche Mädchenschule gegründet – seit 1985 werden auch Jungen unterrichtet - und wird von Kirchen in Khartum getragen. Vorsitzender des Leitungsgremiums ist der anglikanische Bischof Ezekiel Kondo.
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