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Neue Sicht auf die ältere Generation

(04. Januar 2008/idea) – Für eine völlig andere Sicht der älteren Generation hat sich der Leiter einer der bedeutendsten christlichen Tagungsstätten, der Gästehäuser Hohe Rhön, Fritz Schroth (Bischofsheim), ausgesprochen.

Schroth, der auch der Leitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern angehört, sagte in einem Jahresrückblick, es werde bisher weder in Politik, Gesellschaft noch Kirchen wahrgenommen, dass heute die Bürger im Durchschnitt 30 Jahre länger leben als vor 100 Jahren. Habe es noch in den 70er Jahren nur 300 über 100-jährige Deutsche gegeben, so seien es inzwischen rund 10000. Trotzdem sei die Altersgrenze für den Ruhestand oder für Ämter in den Kirchen (Pfarrer und Bischöfe) bisher nicht heraufgesetzt worden. Dabei würden die über 70-Jährigen genauso gebraucht wie die wesentlich Jüngeren.

Gerade auch die missionarische Tätigkeit benötige die „Grosselterngeneration“. Denn zwischen Eltern und Kindern gebe es oft ein Konkurrenzverhältnis. Grosseltern seien dagegen oft höhere Autoritäten für Jugendliche als Väter oder Mütter. Die Gästehäuser Hohe Rhön könnten im Übrigen nicht existieren, ohne die Mithilfe der „Rentnergeneration“. So würden sich immer wieder theologisch oder handwerklich geschulte Alte für Tage und Wochen zur Verfügung stellen. Gehe man von der Heiligen Schrift aus, so gebe es ohnehin keinen Ruhestand. Fritz Schroth: „Jesus Christus hat nicht gesagt, arbeitet bis zum Rentenbescheid, sondern arbeitet, bis ich wiederkomme.“

Von daher begrüsse er die Weihnachtsansprache von Bundespräsident Horst Köhler, der sich für mehr Beachtung der Älteren ausgesprochen habe. Das bedeute nicht, dass man nicht abgeben sollte. Er selbst habe im letzten Jahr mit 65 das „Tagesgeschäft“ seiner grossen Konferenzstätte übertragen, aber die Gesamtverantwortung behalten.

Mittlerweile kommt nach Worten Schroths noch ein ganz anderer Aspekt zum Tragen, den die Hirnforschung in den letzten Jahren entdeckt habe. Danach komme es zum Verfall von Persönlichkeit und Charakter des Menschen, wenn er nicht auch im Alter täglich Verpflichtungen übernehme. Wer meint, er müsse mit dem Eintritt in den Ruhestand erst einmal eine Pause einlegen, stehe in Gefahr, schnell krank zu werden. Man wisse inzwischen, dass der Ausbruch von Demenz herausgezögert oder gar verhindert werden könne, wenn Menschen auch im Alter Verantwortung übernähmen und stets neugierig blieben.

Dazu sei viel Bewegung und eine altersgerechte Ernährung nötig. Schroth: „Jeden Tag würde Deutschland 15 Millionen Euro sparen, wenn Altersdemenz auch nur um 24 Stunden bei vielen hinausgeschoben werden würde.“ Zum Thema des Alters führen die Gästehäuser am 28. und 29. Januar eine Konsultation des Rings Missionarischer Jugendbewegungen durch über „Die Entdeckung der Älteren – eine Notwendigkeit“.

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