Deutschland: Muslime, die Christen werden, leben gefährlich
(15. Januar 2008/idea) - Muslime, die in Deutschland Christen werden, leben gefährlich. Sie würden oft als Volksverräter, Höllenpack und Gotteslästerer beschimpft oder hörten gar Morddrohungen, heisst es in einer Reportage der Zeitung „Die Welt“ über eine türkisch-evangelikale Gemeinde in Köln.
Den Angaben zufolge leben in Deutschland etwa 6.000 türkische oder arabische Evangelikale, die hierzulande vom Islam zum Christentum übergetreten seien und nun versuchten, andere Muslime zu bekehren. Dabei seien die Konvertiten auf bescheidene Weise erfolgreich. So sei die Kölner Gemeinde in 15 Jahren von drei auf 40 Familien angewachsen.
Auch andere türkisch-christliche Gemeinden berichteten von Zulauf, heisst es. Unter den Christen in Deutschland sei die Muslim-Mission allerdings umstritten. Der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), und auch die Deutsche Evangelische Allianz plädierten dafür, dass die Kirche den hiesigen Muslimen das Evangelium bringen sollten. Manche Theologen warnten hingegen vor einer Muslim-Mission, weil sie dem Religionsfrieden schade. Der Zeitung zufolge seien aber nicht Muslime Opfer dieser Konflikte sondern die neuen Christen. Sie würden „von ihren Familien verstossen, gejagt oder verprügelt, mal fast totgeschlagen oder angezündet“, heisst es unter Berufung auf die Forschungsergebnisse der Marburger Islamwissenschaftlerin Ursula Spuler-Stegemann.
Dass manche in Deutschland lebende Muslime die Religionsfreiheit bekämpften, liege unter anderem daran, dass es in ihren Herkunftsländern keine Gleichberechtigung für nicht-muslimische Glaubensgemeinschaften gebe. Türkische Christen seien, so „Die Welt“, „Streiter für das westliche Freiheitsverständnis“, wenn sie von Muslimen Respekt für das Recht auf religiöse Entscheidungsfreiheit einforderten.
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